
Johanna Helena Herolt Frösche und Kröten in verschiedenen Entwicklungsstadien zwischen Pflanzen, um 1690
Maria Sibylla Merian ist die bekannteste Insektenforscherin des ausgehenden 17. und frühen 18. Jahrhunderts, die einen bedeutenden Beitrag zu einer wissenschaftlich fundierten Entomologie geliefert hat. Mit ihren auf Pergament gezeichneten Aquarellen hielt sie die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum bzw. auf ihren Nahrungspflanzen fest. Nach dem „Raupenbuch“ erschien 1705 ihr Hauptwerk, das dreibändige „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“, in dem sie Tiere und Pflanzen auf kolorierten Kupfertafeln und mit Kommentaren darstellte, die sie während ihres zweijährigen Aufenthaltes in Suriname von 1699 bis 1701 studiert hatte.
Das vorliegende Blatt ist eine freie Zeichnung der mitteleuropäischen Flora und Fauna: Sie zeigt Frösche und eine Kröte in verschiedenen Entwicklungsstadien, angefangen beim Froschlaich, über die Entwicklung zur Kaulquappe und schließlich zum Frosch. Die Pflanzenranke unterstützt den horizontal gegliederten Bildaufbau. Bei den dargestellten Fröschen handelt es sich wohl um Wasser- und Grünfrösche, wobei das Exemplar oben rechts Warzen aufweist wie sie sonst nur bei Kröten zu finden sind. Diese Unstimmigkeit deutet darauf hin, dass die Zeichnung nicht von Merian selbst, sondern von einer ihrer Töchter, in diesem Fall von der älteren, Johanna Helena Herolt, stammt.
- 1986 erworben
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