
Cornelis Schut (3) Allegorie auf den Westfälischen Frieden,
Die Radierung von Wenzel Hollar thematisiert auf allegorische Weise den Westfälischen Frieden und das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das dreifeldige Wappen oben mit dem Doppeladler des Deutschen Reiches und den Schilden von Spanien und Frankreich bezieht sich auf die Verhandlungspartner von 1646 bis 1648.
Das Bild ist in zwei Personengruppen gegliedert: Auf der linken Seite wendet sich die Göttin Astraea dem Spiegel zu, während die in ihrem Rücken stehende Minerva, die Schutzherrin von Krieg, Frieden, Weisheit und der Künste, das Haupt der nackten Frau entblößt. Im Hintergrund erkennt man Krieg und Zerfall. Auf der rechten Seite steht eine weitere unbekleidete Frau, die durch ihre Attribute, einem reich bestückten Füllhorn und einem Ölzweig, den Frieden verkörpert. Zwischen diesen beiden Gruppen umarmen sich zwei Frauen über einem Globus und bekrönen sich mit Blumenkränzen. Sie repräsentieren die Versöhnung und den sich ausbreitenden Frieden.
In der rechten unteren Bildecke ruht ein Flussgott über einem umgestürzten Krug, aus dem Wasser läuft. Diese Situation weist auf den Fluss Schelde hin, Antwerpens Zugang zum Welthandel und die damit verbundene Hoffnung auf ein neues goldenes Zeitalter der Niederlande.
Die aus dem Himmel entsandte Friedenstaube mit Ölzweig symbolisiert den erreichten Frieden – oder zumindest die Friedenssehnsucht. Währenddessen huldigt die Bildunterschrift dem spanischen König Philipp IV. Die Verse preisen das Ende des Eisernen und den Anbruch des Goldenen Zeitalters, das Astraea, die Göttin der Unschuld und Gerechtigkeit, mit ihrer Rückkehr auf die Erde einläutet.
Kalka, Ines: Wenzel Hollar. Allegorie auf den Frieden, 1648 (Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte. Das Kunstwerk des Monats, Oktober 2006), Münster 2006.
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Allegorie auf den Frieden von 1648 oder 1659

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Skizzenbuch Nr. 71, S. 41 verso: Skizze zur Armmuskulatur? / Armskelett / Oberkörper eines männlichen Aktes, mit einem Ast ausholend, nach Michelangelo, "Arnmstudien", Rötel, Kunstakademie Venedig / Skelett des Ellenbogengelenks

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