



Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur (1710-1806) Jagdpokal, um 1742/1745
Der prachtvolle Jagdpokal wird vom Fuß bis zum Deckel von zahlreichen Figuren bevölkert. Den Schaft des Kelches bildet eine Eiche, deren Blätter und Früchte detailgetreu ausgearbeitet sind. Auf der Schauseite des Pokals steht vor dem Baum ein Jäger in einem grünen Gewand und hat das Waldhorn zum Mund erhoben, um jeden Moment das Signal zum Aufbruch zu geben. Am Boden zu seinen Füßen liegt die erlegte Beute, ein Hirsch mit großem Geweih. Über dem Geäst der Baumkrone ragt der weiße Kelchkörper empor, den ein Goldrand und zwei Wappenfelder zieren. In diesen zeigen feine Miniaturmalereien ebenfalls Szenen der Jagd: Mit Peitschen ausgestattet, jagen einige Männer zu Pferde und begleitet von ihren Jagdhunden das Wild durch die Wälder.
Auf dem Deckel des Pokals findet das Bildprogramm in größter künstlerischer Vollendung seinen wahren Höhepunkt. Ein sich aufbäumender Hirsch, der auf dem Strohdach einer Hütte Zuflucht gefunden hat und dessen Geweih in den Himmel ragt, wird von einer Meute Jagdhunde bezwungen und zu Boden gerissen. Dieses Meißner Stück wurde vom Kurfürsten und Erzbischof von Köln, Clemens August (1700–1761), in Auftrag gegeben und vereint die zwei größten Leidenschaften des barocken Fürsten vom Rhein: die Jagd und kostbares Porzellan. Das erste Exemplar dieses Pokals aus dem 18. Jahrhundert ist lediglich in Fragmenten erhalten, wurde aber später durch die Manufaktur rekonstruiert und nach dem Vorbild des barocken Stückes nachgeformt.
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