
unbekannt Stuhl, um 1910
Während der NS-Zeit wurden Freimaurer aufgrund ihrer Ideale von Toleranz und Humanität, die im Widerspruch zur nationalsozialistischen Ideologie standen, verfolgt. So auch die 1778 gegründete Freimaurerloge „Zu den drey Balken“ aus Münster, die sich zumeist aus bürgerlichen Intellektuellen und gebildetem niedrigen Adel zusammensetzte. Die Loge löste sich im Juli 1935 unter Zwang auf, im August 1935 folgte das Verbot der Freimaurerei in Deutschland. Die Liquidation der Logen durch fingierte „Kaufverträge“ ermöglichte die Überführung der Logenvermögen an staatliche Institutionen. Die Geheime Staatspolizei, kurz Gestapo genannt, beschlagnahmte das Logenhaus in Münster und brachte die Bestände in mehreren Auktionen zur Versteigerung.
Im April und Juni 1936 kaufte das LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster fünf Gemälde, zehn Wandleuchter, 19 Stühle, eine Bodenstanduhr sowie eine Lithografie von der sich in Liquidation befindenden Freimaurerloge. Seit wann sich die Objekte im Eigentum der Freimaurer befunden haben, ist unbekannt. Vier der Gemälde restituierte das Museum bereits im Jahr 1951 an die Freimaurerbrüder. Im Jahr 2024 folgten die Bodenstanduhr, das verbliebene Gemälde, die Lithografie sowie acht Stühle. Wieso 1951 nicht alle Objekte an die Loge restituiert wurden, lässt sich heute nicht mehr aufklären. Der Verbleib der Wandleuchter als auch der übrigen Stühle ist nicht nachzuvollziehen. Im Inventar des Museums sind sie aufgelistet, in den Depots jedoch nicht auffindbar.



