
Otto Piene Geschichte des Feuers: Sleepwalker (Schlafwandler), Titelsäule, Osram-Satellit, Schwarzer Stern, 1968 – 1971
Die vier Lichtplastiken waren ursprünglich als Bühnenausstattung für die Multimedia-Oper Die Geschichte von einem Feuer des Komponisten Dieter Schönbach konzipiert, die am 24. Juni 1968 in Kiel uraufgeführt wurde und in einer Neufassung 1969 in Münster gezeigt wurde. Die Oper war eine Kombination von Live-Musik mit Sängern, Sprechern und Orchester. Zudem kreisten mithilfe eines sechsteiligen Tonträgersystems elektronisch und mechanisch erzeugte Klangfelder über dem Zuschauerraum. Der Beitrag von Otto Piene bestand aus einer Reihe von illustrierenden Projektionen für das zweite »Bild« sowie aus der Entwicklung von lichtplastischen Erscheinungen im fünften »Bild«, für die die vier Lichtplastiken gebaut wurden. 1971 kaufte das Westfälische Landesmuseum sie als eigenständige Arbeit an. Die sich drehenden, von innen beleuchteten Skulpturen sind typisch für das Werk von Otto Piene. Die perforierten Metallplatten werfen das Licht so in den Raum, dass der Besucher sich ständig wandelnden Lichtverhältnissen ausgesetzt ist. Der Raum wird so zum Erlebnisraum, in dem die Objekte aufleuchten und wieder verlöschen, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten rotieren, das bewegte Licht und der entstehende Schatten immer wieder neue Eindrücke vermitteln. Die Wände des Raums treten zurück, im Vordergrund steht das Licht. Für Otto Piene ist Licht ein zentrales Medium. Es vereint für ihn Kunst und Leben, Natur und Technik. Als Mitbegründer der einflussreichen Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO (1958–1966, zusammen mit Heinz Mack, später mit Günther Uecker) wollte er mit der sprichwörtlichen »Stunde Null« der grausamen Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges eine reinere, heilere Welt entgegensetzen, die eine hoffnungsvolle, idealistische Lebensauffassung vermittelte. Daher konzentrierten sich die Künstler der Gruppe auf die »Klarheit der reinen Farbe und der dynamischen Lichtschwingung im Raum« (Otto Piene). Die Vorstellung von der Reinheit der künstlerischen Idee fand seine Entsprechung im Werk durch die Verwendung von elementaren Materialien wie Feuer, Licht, Bewegung und Luft. MB Literatur: Asholt, Wolfgang; Caianiello, Tiziana; Kultermann, Udo: 4321 ZERO. ZERO Foundation Düsseldorf (Hg.). Düsseldorf 2012 Engelbach, Barbara (Hg.): Die Sonne kommt näher. Otto Piene. Frühwerk [Ausst. Kat.]. Siegen 2003. Piene, Otto; von Wiese, Stephan; Rennert, Susanne: Otto Piene. Retrospektive. Köln 1999.
Einblicke – Ausblicke. Spitzenwerke im neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, hrsg. v. Hermann Arnhold, im Auftrag des Landschaftverband Westfalen-Lippe, Wienand Verlag, Köln 2014
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Erworben mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen
Erworben mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen
Maße
Höhe 90 cm Durchmesser 70 cm Höhe 176 cm Durchmesser 50 cm Durchmesser 50 cm Höhe 200 cm Durchmesser 80 cm
Material
Metall, Licht, Motor Inventarnummer
A-1017a-d LM Standort
Nicht ausgestellt 