
Meister des Kalkarer Marientodes Marientod, um 1470
Diese anrührende Darstellung der um das Sterbelager Marias versammelten Apostel geht wahrscheinlich auf niederländische Vorbilder zurück. Ähnlich wie bei den stilistisch verwandten Bildern Derick Baegerts sprechen hierfür die Klarheit und Wirklichkeitsnähe der Malerei. Die Szene ist in einer schlichten Kammer mit gefliestem Boden angesiedelt. Details wie das Bett oder das Kopfkissen der Gottesmutter spiegeln den Alltag des 15. Jahrhunderts wider. Die ohne Heiligenschein ganz irdisch wirkenden Figuren boten den Zeitgenossen eine direkte Identifikationsmöglichkeit. Als Teil eines Marienretabels wie in diesem Fall stand der Marientod als „Guter Tod“ den Gläubigen während Messe und Gebet tröstend vor Augen. PM
Petra Marx
Leihgabe des Westfälischen Kunstvereins
