
Porzellanmanufaktur Fürstenberg Tabatière mit Rocaillenrelief und Streublumen, um 1758
Als Tabak im frühen 16. Jahrhundert nach Europa kam, wurde die Pflanze noch als reines Heilmittel gegen Entzündungen, Kopf- und Halsschmerzen verwendet. Doch zunehmend entdeckte man seine berauschende Wirkung als besonderen Genuss. Das Rauchen verbreitete sich in allen Schichten der Gesellschaft, ob Bäuerin auf dem Land oder feine Dame am Hof, ob Fabrikangestellter oder der König selbst. Jeder konsumierte die getrockneten Pflanzenblätter beim Rauchen in Tonpfeifen oder beim Schnupfen in die Nase. Rund um die Tabakpflanze entstand eine Palette von Gefäßen, die zur Aufbewahrung dienten. Die exquisite Tabatière aus der Manufaktur Fürstenberg war für den Schnupftabak eines Höflings oder eines Mitglieds der feinen Gesellschaft bestimmt. Zu feinem Pulver zermahlen, wird dieser durch die Nasenlöcher eingesogen und entfaltet über die Schleimhäute seine anregende Wirkung. Die kleine Dose aus Porzellan ist durch vier Auswölbungen leicht oval. Das Rocaillenrelief überzieht die Oberfläche und bietet in den seitlichen Zierrahmen, sogenannten Kartuschen, Platz für feine Malereien. Mit großer Detailliebe sind verschiedene Blüten abgebildet. Um die Dose zu öffnen, ist ein Porzellandeckel mit einem Kupferrand montiert. Im Inneren werden die zarten Blumenbouquets ebenfalls aufgegriffen und durch kleine Abbildungen eines Schäferidylls ergänzt. Die Wahl von lieblichen Motiven deutet an, dass sich die Tabatière im Besitz einer Dame befand. Ob in den Taschen ihrer Robe oder offen auf dem Tisch ihres Salons, sogar diese kleine Dose passte in ein barockes Gesamtkonzept.
Verwandte Begriffe
Ähnliche Objekte

Apollonius-Relief

Tiefer Teller mit Goldrand und "Vase a' l' antique"

Koppchen mit französischer Widmungsinschrift "à la delicate"

Tasse und Untertasse mit der Aufschrift "Denkmal"