
unbekannt Wappenscheibe des Alvise Contarini (1597–1651), Gesandter der Republik Venedig beim Westfälischen Friedenskongress, 1649
„Außerordentlicher Gesandter in Deutschland und Vermittler für den Vertrag des allumfassenden Friedens von Münster in Westfalen“ – so steht es im von zwei Engeln präsentierten Textfeld der vorliegenden Wappenscheibe. Das von zwei Ölzweigen gerahmte Wappen darüber ist dasjenige des Alvise Contarini (1597–1651), des Gesandten der Republik Venedig.
Den Westfälischen Frieden, der seit Juni 1645 im katholischen Münster und im konfessionell gemischten Osnabrück ausgehandelt wurde, haben insbesondere zwei Diplomaten vermittelt: Contarini und der päpstliche Nuntius Fabio Chigi (1599–1667). Die Verträge wurden am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet und publiziert, womit der Dreißigjährige Krieg endete. Es handelt sich um den Vertrag zwischen dem Kaiser und Schweden einerseits – Instrumentum Pacis Osnabrugensis – und den zwischen dem Kaiser und Frankreich andererseits – Instrumentum Pacis Monasteriensis. Bereits im Mai 1648 hatten sich die Niederlande und Spanien in Münster auf ein Ende ihres bereits Achtzigjährigen Krieges einigen können.
Bald erinnerten Bildnisgalerien in den Rathäusern der beiden Kongressstädte an die Gesandten. Zu solchen Erinnerungsstücken gehörten auch Wappenscheiben; die vorliegende ist erst auf 1649 datiert. Vielleicht stammt sie – zusammen mit derjenigen Chigis die einzige erhaltene solche Scheibe – aus dem 1648 errichteten Bau des „Spanischen Flügels“ des Jesuitenkollegiums in Münster.
Dethlefs, Gerd: Erinnerung an die Friedensvermittler in Münster. Wappenscheiben von Alvise Contarini und Fabio Chigi, in: Dethlefs, Gerd u. a. (Hg.): Seit 200 Jahren – Westfalen entdecken und erforschen. 200 Einblicke in die Sammlungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Veröffentlichungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, Bd. 12), Münster 2025, S. 280f.
- Geschenkt 1840 von Arzt Dr. Alexander Haindorf, Münster



