
unbekannt Diptychon: Anbetung der Könige, Kreuzigung Christi, 1. Drittel 14. Jh.
Wie die stehende Madonna mit Leuchterengel findet bei den französischen Elfenbein-Diptychen des 13. und 14. Jahrhunderts auch die Anbetung der Heiligen Drei Könige oft als Gegenbild zur Kreuzigung Christ Verwendung. Sie verbildlicht die Inkarnation (Fleischwerdung) Christi, dessen Heilsversprechen mit dem Opfertod am Kreuz eingelöst wird. Die linke Seite der beiden Relieftafeln folgt der Schilderung des Matthäusevanglium: Die sitzende Maria hält das Jesuskind auf dem Schoß, ein bärtiger König kniet vor ihr nieder und küsst den Fuß des Heilands, während der König dahinter auf den Himmelstern weist und der dritte, jüngste Herrscher ein Gefäß mit seinen Gaben überbringt. Die Königsanbetung gehört seit dem 4. Jahrhundert zum festen Bestandtteil christlicher Bildthemen. In den frühesten Szenen sind die "Magier" im Laufschritt hintereinander zu sehen, mit ihren Geschenken in Händen auf Maria zueilend. Auch die Dreizahl wird in frühchristlicher Zeit festgelegt. Im 13. Jahrhundert bildet sich, vermutlich durch Magierspiele beeinflusst, das Bild der zu einer bewegten Gruppe zusammengefassten Könige mit Maria und dem Kind. PM Literatur: Wilhelm August Schulze: Alte Dreikönigsbilder in Westfalen, in: Jahrbuch der westfälischen Kirchengeschichte 82, 1989, S. 65, 112. Axel Langer, Albert Lutz (Hrsg.): Orakel. Der Blick in die Zukunft [Ausst. Kat.] Museum Rietberg, Zürich 1999, Kat. Nr. 47. http://www.gothicivories.courtauld.ac.uk/images/ivory/057B931C_d6f18290.html
PM
Leihgabe des Westfälischen Kunstvereins
Maße
Höhe 12.5 cm Breite 13 cm Tiefe 1 cm
Material
Elfenbein Inventarnummer
G-40 WKV Standort
Raum 1.03 


