Hochaltar der Überwasserkirche, rechter Flügel: Auferstehung Christi (Innenseite), Engel der Verkündigung (Außenseite), 1594
Im Jahr 1594 vollendete Hermann tom Ring die Tafeln des Hochaltars der Überwasserkirche in Münster, der in seiner ursprünglichen Form nicht erhalten ist. Erhalten haben sich die beiden Flügel jeweils mit ihrer bemalten Innen- und Außenseite sowie vermutlich auch die Darstellungen die vier Evangelisten in der Predella, dem Sockel des Altars (vgl. Inventar-Nr. 931 LG, 932 LG, 933 LG, 934 LG). Verloren ging das zentrale Bild, das in geöffnetem Zustand sichtbar war, und bei dem es sich höchstwahrscheinlich um eine Kreuzigung Christi gehandelt hat. Die Darstellungen der Auferstehung Christi und des Engels der Verkündigung bilden die Innen- bzw. die Außenseite des rechten Altarflügels.
In geschlossenem Zustand zeigen die beiden Außenflügel eine zusammenhängende Szene: links die Verkündigung an Maria, die in einem hochherrschaftlichen Raum angesiedelt ist, der architektonisch reich gegliedert wurde (vgl. Inventar-Nr. 74 WKV).
Die Außenseite des rechten Flügels wird durch die Figur des Erzengels Gabriel bestimmt, der in hellem Unter- und rotem Obergewand im Laufschritt und erhobenem rechten Arm das Zimmer betritt, in dem sich Maria befindet. Ein Bett mit Alkoven steht rechts in der hinteren Raumecke sowie links daneben ein Flügelaltar leicht erhöht auf einem Tisch.
Die Innenseite zeigt den auferstandenen Christus mit Fahne und Kreuz auf dem Grab stehend und die Wächter zu seinen Füßen schlafend, während sich die drei Marien mit den Salbgefäßen im Mittelgrund nähern. Weiter im Hintergrund ist die Himmelfahrt Christi zu sehen, womit der Maler auch in dieser Darstellung erzählerisch dicht Haupt- und Nebenszenen miteinander verbunden hat.
- 1866 erworben durch den Westfälischen Kunstverein, Leihgabe