
Salomon de Bray Heimsuchung Mariens, um 1640
Als Sohn flämischer Emigranten wurde Salomon de Bray 1597 in Amsterdam geboren und wuchs in Haarlem auf, wo er diverse öffentliche Ämter bekleidete. Als Künstler war er sowohl stilistisch als auch thematisch sehr vielseitig und erhielt viele seiner Aufträge – wie die biblischen Historien – wohl aufgrund seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche. Das war eventuell auch der Fall bei seiner „Heimsuchung Mariens“, deren Erzählung sich bei Lukas 1,39–56 findet. Nachdem der Jungfrau Maria durch den Engel die Geburt eines Sohnes verkündigt worden war, besuchte sie ihre Verwandte Elisabeth, die trotz ihres hohen Alters ebenfalls schwanger war. Als Maria Elisabeth begrüßte, bewegte sich das Kind in ihrem Leib vor Freude und Elisabeth sprach: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“. Elisabeth sollte Johannes den Täufer gebären, den Propheten und Wegbereiter Christi. De Bray legte die Begegnung der beiden Frauen in den Außenraum vor eine ruinöse Architektur, die von Pflanzen überwuchert wird und sich über einen Tordurchgang nach links öffnet. Während Maria und Elisabeth sich zur Begrüßung umarmen, stehen Josef und Elisabeths Ehemann Zacharias links im Tordurchgang. Der Fokus liegt dabei auf dem Gesicht Mariens, das durch das von links einfallende Licht hell erleuchtet ist. Mariens Blick scheint dagegen weniger auf die vor ihr stehende Elisabeth gerichtet zu sein, sondern vielmehr nach innen, auf ihr ungeborenes Kind.
- Seit 1989 als Leihgabe aus Privatbesitz



