
Gerard ter Borch, der Jüngere Bildnis eines unbekannten Herrn, um 1648
Der niederländische Maler Gerard ter Borch hatte sich unter anderem als herausragender Porträtist einen Namen gemacht, als er Ende 1645 nach Münster kam, um hier im Gefolge der niederländischen Gesandten das bedeutende zeithistorische Ereignis – den Friedenskongress zu Münster und Osnabrück – im Bild festzuhalten. Dieser Kongress mündete 1648 in den Westfälischen Frieden, einen Waffenstillstandsvertrag der Kriegsparteien. Während der drei Jahre, die der Maler in Münster verbrachte, entstanden so bedeutende Werke wie die „Beschwörung der Ratifikation des Friedens von Münster am 15. Mai 1648“ in der Londoner National Gallery und der „Einzug des Gesandten Adriaen Pauw in Münster“ im Stadtmuseum in Münster. Terborch malte in Münster aber auch zahllose Porträts der niederländischen, später der spanischen Gesandtschaft, die deren Tätigkeit dokumentieren und in großer Zahl den Rathaussaal in Münster zieren. Eines dieser Porträts ist vermutlich auch das vorliegende, das entsprechend klein und oval im Format ist und – um die Züge des Modells besonders minutiös wiederzugeben – in Öl auf Kupfer ausgeführt wurde. Leider ist es bislang nicht gelungen, den Dargestellten zu identifizieren, bei dem es sich um einen Niederländer weltlichen Standes handeln dürfte.
Judith Claus
Leihgabe aus Privatbesitz
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