Brustbildnis Bertha Grueber, geb. Seibertz (1818–1912), 1847
Das 1979 auf einer Auktion in Heidelberg erworbene Bildnis ist im Werkverzeichnis aufgeführt als „Bildnis meiner Schwester Bertha Grueber. Gegenstück zu 240. Violettes Kleid, braungestreifter Schal. Leinw. Gez. W.v.“ = „Prag E / S / 18 / 47“. Das Gegenstück entstand 1846 ebenfalls in Prag und ist verschollen; Bernhard Grueber (1806–1882) stammte aus Donauwörth, hatte an der Kunstakademie in München Architektur studierte, arbeitete als Architekt und ab 1833 als Lehrer an der Gewerbeschule zu Regensburg und heiratete 1841 Bertha Seibertz (1818–1912). Über seinen Schwager erhielt er in Prag Aufträge als Architekt. Seit 1844 dort Professor für Architektur an der Akademie der bildenden Künste, verfasste er einflussreiche Lehrwerke zur gotischen Kunst und realisierte zahlreiche Bauten in Böhmen, bis er ein Opfer des tschechischen Nationalismus und 1873 ohne Pensionsansprüche entlassen wurde. Immerhin mit einem kaiserlichen Ehrengehalt bedacht, verbrachte er tief gekränkt seinen Lebensabend in München. Das Ehepaar Grueber hatte neun Kinder; das Porträt der Bertha Grueber steht nach Andrea Teuscher, der Bearbeiterin des Werkverzeichnisses von Seibertz, unter dem Einfluss der Bildnisse von Carl Begas; „der romantisch-melancholische Blick war ein beliebtes Stilmittel der Düsseldorfer Malerschule“, wo Seibertz seine erste Ausbildung erhalten hatte. Der aus Brilon gebürtige Seibertz, Sohn des Juristen, Rechtshistorikers und Politikers Johann Suitbert Seibertz (1788–1871), war schon siebzehnjährig an der Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen worden, studierte Landschafts- und Bildnismalerei, und bildete sich ab 1832 in München bei Peter Cornelius und Wilhelm von Kaulbach fort, unternahm zahlreiche Reisen und lebte von 1842 bis 1848 in Prag und kehrte dann nach Arnsberg zurück, wurde durch Illustrationen bekannt und erhielt auch in München Staatsaufträge, wurde 1860 Professor und lebte zeitweise in München, bis er 1869 endgültig nach Arnsberg zurückkehrte. GD Literatur: Teuscher, Andrea (Hg.): Engelbert Seibertz (1813–1905). Leben und Werk eines westfälischen Porträt- und Historienmalers (Studien und Quellen zu westfälischen Geschichte 53), Paderborn 2005, S. 264 Nr. 246, S. 261-262 Nr. 240 (Bildnis Bernhard Grueber).
Dethlefs, Gerd
- […]
- 04./05.05.1979 Auktion Arno Winterberg, Heidelberg
- 1979 erworben
Maße
75.5 60.5
Material
, Inventarnummer
1583 LM Standort
Nicht ausgestellt Kunstwerk des Monats
https://de.wikipedia.org/wiki/Engelbert_Seibertz_(Maler)