
Fritz Burmann Noah/Östliches Dorf, 1929
Fritz Burmanns Gemälde „Noah/Östliches Dorf“ von 1929 zeigt eine siebenköpfige Gruppe, von der eine Person schlafend im Vordergrund liegt, vor einer Siedlung mit teils zerstörten Häusern.
Der Künstler spielt in dieser Szene vermutlich auf die biblische Geschichte „Die Verfluchung Hams durch Noah“, Gen 9,21–27, an. Dort ist vom betrunkenen Noah die Rede, welcher zufällig von seinem Sohn Ham nackt gefunden wird. Dieser wiederum erzählte es zweien seiner Brüder, woraufhin Noah Hams Sohn Kanaan verfluchte. Die Wiedergabe der drei Männer, von denen sich einer im Hintergrund hält, und das von einer Frau getragene Kind passen zu der Erzählung. Im Vordergrund liegt der Hauptcharakter, dessen nackten Körper die Brüder von Ham mit einer Robe bedeckt haben.
Spätestens mit Burmanns Tod ging das Gemälde in den Besitz von Hertha Scharnowski, der Witwe des Künstlers, über. Sie schenkte das Werk 1978 dem Westfälischen Landesmuseum. Für den Titel „Noah/ Östliches Dorf“ ist auf der Rückseite auf einem Aufkleber des Museums vermerkt, dass es sich um einen vorläufigen Titel handelt; es ist jedoch kein anderer Titel bekannt.
Burmanns jeweilige Umgebung übte einen starken Einfluss aus und gegen Ende der 1920er-Jahre war die Kurische Nehrung das Hauptmotiv des Künstlers. Er stellte sie sowohl mit als auch ohne die dort ansässigen Menschen dar. Er verbrachte oft mehrere Monate bei ihnen. Zahlreiche seiner Bilder machen deutlich, dass das Leben dieser Menschen sehr hart war und einen ständigen Kampf mit den Naturgewalten erforderte.
LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2023], Petersberg 2023, S. 93f.
- 1945–1978 Nachlass des Künstlers/Hertha Scharnowski, München
- 1978 erworben durch Schenkung
