
Christian Rohlfs Türme von Soest, 1921
Noch viele Jahre nach seinen Soest-Aufenthalten 1905 und 1906 malte Rohlfs aus der Erinnerung wiederholt Motive der mittelalterlichen Stadt, indem er sie atmosphärisch umgestaltete. Ab 1916 lässt sich eine Facettierung seiner städtischen Widergaben erkennen, die eine Verwandtschaft mit Architekturbildern von Lyonel Feininger aufweisen, mit dem er möglicherweise über die Erfurter Museumsdirektoren Redslob und Kaesbach sogar persönlich bekannt war.
Das vorliegende Gemälde von 1921 gilt als besonderer Höhepunkt seiner Soester Motive. Das Stadtpanorama entfaltet sich auf dem querformatigen Bild mit aufragenden Türmen und lagernden Häusern. Zu identifizieren sind von links nach rechts der barocke Turmhelm von St. Petri, die Doppeltürme der Wiesenkirche, der romanische Turm von St. Patroklus im Zentrum und daneben das Turmmassiv von St. Pauli. Unterhalb reihen sich die Dächer niedriger Häuser, sie riegeln das Bild zum Betrachter hin ab, rücken es in eine Ferne, zu der keine Straße Zutritt gewährt.
Einzeln betrachtet erscheinen die architektonischen Formen und ihre Konturen unscharf. Den Eindruck des Emporstrebens unterstreicht der Pinselduktus mit vertikalen Setzungen. Besondere Wirkung erhält das Bilddurch den Farbauftrag: Die Farben – insbesondere Braungrün, schmutziges Gelb und Graublau – sind in mehreren Schichten aufgetragen, die zum Teil wieder weggewischt oder abgeschabt wurden. So verschwimmen die materiellen Grenzen und es entsteht ein schimmerndes Gewebe, in dem sich der Himmel mit den Kirchtürmen verbindet.
Das vorliegende Gemälde von 1921 gilt als besonderer Höhepunkt seiner Soester Motive. Das Stadtpanorama entfaltet sich auf dem querformatigen Bild mit aufragenden Türmen und lagernden Häusern. Zu identifizieren sind von links nach rechts der barocke Turmhelm von St. Petri, die Doppeltürme der Wiesenkirche, der romanische Turm von St. Patroklus im Zentrum und daneben das Turmmassiv von St. Pauli. Unterhalb reihen sich die Dächer niedriger Häuser, sie riegeln das Bild zum Betrachter hin ab, rücken es in eine Ferne, zu der keine Straße Zutritt gewährt.
Einzeln betrachtet erscheinen die architektonischen Formen und ihre Konturen unscharf. Den Eindruck des Emporstrebens unterstreicht der Pinselduktus mit vertikalen Setzungen. Besondere Wirkung erhält das Bilddurch den Farbauftrag: Die Farben – insbesondere Braungrün, schmutziges Gelb und Graublau – sind in mehreren Schichten aufgetragen, die zum Teil wieder weggewischt oder abgeschabt wurden. So verschwimmen die materiellen Grenzen und es entsteht ein schimmerndes Gewebe, in dem sich der Himmel mit den Kirchtürmen verbindet.
Annegret Rittmann
Luckow, Dirk (Hg.): Christian Rohlfs. Die Begegnung mit der Moderne [Ausst.-Kat. Kunsthalle zu Kiel 2005/06 / Brücke Museum, Berlin 2006], München 2005, S. 32-33.
Happel, Reinhold und Birgit Schulte (Hg.): Christian Rohlfs. Gemälde [Ausst.-Kat. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster / Kunstsammlungen zu Weimar 1989], Stuttgart 1989, S. 53, Kat. 81.
Coppenrath, Margareta: Christian Rohlfs.Bilder in westfälischen Museen, Münster 1988.
Happel, Reinhold und Birgit Schulte (Hg.): Christian Rohlfs. Gemälde [Ausst.-Kat. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster / Kunstsammlungen zu Weimar 1989], Stuttgart 1989, S. 53, Kat. 81.
Coppenrath, Margareta: Christian Rohlfs.Bilder in westfälischen Museen, Münster 1988.
Leihgabe des Landes Nordrhein-Westfalen
- o. J.–vermutlich 1934 Alfred Hess, Erfurt/Nachlass, als Dauerleihgabe im Angermuseum, Erfurt
- vermutlich 1934–1937 Angermuseum, Erfurt
- 1937–1940 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin, Beschlagnahme, EK-Nr. 1352
- 1938–1940 Depot Schloss Schönhausen, Berlin
- 1940–1945 Bernhard A. Böhmer, Güstrow
- 1945–o. J. Wilma Zelck, Rostock/Berlin/Hamburg
- [...]
- o. J.–1960 Edgar Horstmann, Hamburg
- 03./04.05.1960 Auktion Stuttgarter Kunstkabinett R. N. Ketterer, Stuttgart
- seit 1960 Land Nordrhein-Westfalen, seit 1963 Leihgabe.
Maße
Höhe 79 cm Breite 100 cm
Material
Öl, Leinwand Inventarnummer
1528 LG Standort
Nicht ausgestellt 


