
Hermann tom Ring Kniender Mönch mit den Kirchenvätern Augustinus und Ambrosius, 16. Jh.
Dieser Innenraum nimmt drei Figuren auf, zwei stehende und eine kniende. Dabei reichen die beiden ersteren mit ihren Stäben und Hüten fast an die Decke heran. Es sind zwei der Kirchenväter, der heilige Augustinus und der heilige Ambrosius, deren Namen auch die Inschrift auf dem Gebälk wiedergibt: (SA)NCT(VS AU)GVSTINVS S. AMBROSIVS
Der links stehende, heilige Augustinus ist in ein braunrotes Pluviale gehüllt, dessen Gewandschließe mit dem Wappen des Bistums Münster verziert ist und außerdem das Entstehungsjahr der Bildtafel (1560) trägt. In seiner rechten Hand hält der Heilige den Bischofsstab und in der anderen das von einem Pfeil durchbohrte Herz, sein Attribut, das auf ein Zitat seiner Schriften zurückgeht und für seine Liebe zu Gott steht. Der heilige Ambrosius, Bischof von Mailand, trägt eine Kasel aus rotem Damast. In der rechten Hand hält er den Bischofsstab sowie das Sudarium, das heißt ein Schweißtuch und in der linken ein Buch mit dunklem Einband.
Der Benediktinermönch mit weißer Kutte zu ihren Füßen richtet sich kniend und betend nach links, also in die Richtung, in der sich ursprünglich das Objekt seiner Anbetung auf der angrenzenden Bildtafel befunden hat. Damit ist die Tafel als die rechte Außenseite eines Altares erkennbar, zu dem auch das Gemälde mit Darstellungen der Evangelisten Lukas und Johannes im LWL-Museum für Kunst und Kultur gehört (Inventar-Nr. 1401 LM). Darüber hinaus kennen wir leider weder den Namen des Stifters noch den ursprünglichen Bestimmungsort des Altares.
Vor dem Mönch ist auf den Kachelfußboden ein Monogramm gezeichnet: Ein großes H, in das ein V eingestellt ist, wobei in den linken Balken des H ein S und in den rechten ein C eingestellt ist. Das Monogramm könnte dasjenige des betenden Benediktiners sein.
- 19. Jh. Anton Matthias Sprickmann, Münster
- […]
- o. J. (vor 1879)–1976 Familie von und zur Mühlen, Bösensell
- 1976 erworben mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW



