
Johann Christoph Rincklake Porträt von Marianne Rincklake, geb. Wermerskirch, als Schwangere, um 1801
Das Gemälde zeigt Marianne Rincklake, die Gemahlin des Künstlers, die er am 18. September 1800 geheiratet hatte. Mariannes Vater war Schlossermeister, sodass der Maler mit der Heirat auch seine Zugehörigkeit zum Handwerkerstand erklärt hatte. Nach einer Überlieferung in der Familie war die Dargestellte während der Entstehung ihres Porträts schwanger und zwar mit ihrem ersten Kind, dem Sohn Carl Heinrich Christoph (7.10.1801–18.10.1801), der schon wenige Tage nach der Geburt verstorben ist. In den Jahren um 1800 hatte sich Rincklake nach langer Wanderschaft dauerhaft in Münster niedergelassen, um sich in seiner Vaterstadt als Maler zu etablieren und eine Familie zu gründen. In dieser Zeit wohnte des junge Paar in einer Reihenhauswohnung im Bispinghof 9. Wohl auch aufgrund eines Mangels an Aufträgen malte Rincklake zahlreiche Porträts von Angehörigen der Familie, darunter auch dasjenige seiner Frau. Marianne ist in einem chamoisfarbenen, reich gefältelten Seidenkleid dargestellt, das unter der Brust zusammengefasst ist. Sie sieht mit offenem und leicht versonnenem Blick auf die Betrachtenden und trägt das Haar entsprechend der Mode der Zeit kurz gelockt. Dass eine Schwangere im Bild dargestellt wurde, war um 1800 nicht ungewöhnlich, entsprach es doch dem Natürlichkeitsideal, das Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) vertreten hatte.
- 2004 erworben
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