
Herbert Wilhelm Bayer Dunstlöcher 1936/11, 1936
Nach der Lehre in einem Kunstgewerbeatelier und der Tätigkeit bei einem Architekten studierte Herbert Bayer von 1921 bis 1925 am Staatlichen Bauhaus in Weimar. 1928 verließ Bayer das Bauhaus, gestaltete Ausstellungen und arbeitete als Art Director für die Zeitschrift Vogue in Paris. In seiner Funktion als künstlerischer Leiter der Werbeagentur Studio Dorland, Berlin, war er ab 1933 für die Gestaltung von Ausstellungen der NS-Propaganda verantwortlich. Diese Tätigkeit behielt er bis zu seiner Emigration in die Vereinigten Staaten 1938 bei, zu der er sich aufgrund des verstärkten Drucks des Regimes auf seine künstlerische Arbeit gezwungen sah.
Die Arbeit „Dunstlöcher 1936/11“, teilweise auch als „Scheunenfenster 1936/11“ bezeichnet, entstand zwei Jahre vor der Emigration Herbert Bayers. Sie ist Bestandteil der 1936/37 entstandenen Bildserie „Dunstlöcher-Malerei“. Ausgehend von ländlich-architektonischen Motiven ordnete der Künstler in einer surreal wirkenden Anordnung frontal gesehene Gegenstände wie an einer Wand hängend an. Daneben geben gemalte Löcher einen Ausblick in einen vermeintlich hinter dieser Wand befindlichen, imaginären Raum frei.
Das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte erwarb das Werk 1973 von der Galerie Klihm in München mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen.
LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2023], Petersberg 2023, S. 55.
Erworben mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen