Hüftbildnis Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819) als Meister vom Stuhl der Loge "Zu den drei Balken" in Münster, 1857
1857 für den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1831–1888), den späteren Kaiser Friedrich III. (reg. 1888) kopiert nach dem Bildnis der münsterischen Freimaurerloge „Friedrich zu den drey Balken“, gab dieser das Bild an die Berliner Loge „Friedrich Wilhelm zur Morgenröthe“. Nach dem Verbot aller Logen durch die NS-Regierung 1935 gelangte das Bild erst in den Kunsthandel, doch musste der Kunsthändler die Logensymbole übermalen lassen, und dann über die NS-Größe Rudolf Hess an den Generalfeldmarschall von Blomberg. Aus dessen Familie wurde es 1968 vom Landesmuseum angekauft. Nach dem Krieg wurden die Übermalungen wieder abgenommen. Blücher ist hier – gegen die freimaurerische Gepflogenheit, in der Loge als Ausdruck brüderlicher Gleichheit in schwarzem Frack mit Zylinder, weißer Binde und weißen Handschuhen zu erscheinen - in der Husarenuniform mit Schärpe und Bruststern des Roten Adlerordens und dem Orden Pour le mérite am Halsband, mit Säbel und Zweispitz dargestellt, trägt aber an einem hellblauen Band um den Hals den Winkel, der ihn ebenso wie der Hammer in seiner Hand als Meister vom Stuhl, also als Logenvorsteher ausweist. Blücher, der schon seit 1782 Freimaurer war, übernahm das Amt schon zwei Wochen nach der Besetzung Münsters durch preußische Truppen (3. August 1802) am 18. August 1802. Zugleich wurde die 1778 gestiftete Loge durch ein Patent in die Große Nationalmutterloge in Berlin aufgenommen, den „Dachverband“ der Logen in Preußen, durch den die Logen faktisch staatlicher Kontrolle unterstanden. Darauf könnte die auf dem Tisch liegende Urkundenrolle verweisen. Das geöffnete Buch dürfte die Bibel sein, die als Dokument der traditionellen Sittenlehre zur Ausstattung einer Loge gehörte. Rincklakes Original im Besitz der Loge wurde zuletzt 1935 im Landesmuseum gezeigt und ist seit der Auflösung der Loge 1936, bei der andere Inventarstücke in das Museum gelangten, verschollen. Ein Brustbild als Wiederholung konnte das Stadtmuseum Münster 1991 erwerben, eine Variante 2004 das Landesmuseum aus dem Vorbesitz der Familie Graf Galen. GD Literatur: Westhoff-Krummacher, Hildegard: Johann Christoph Rincklake. Ein westfälischer Bildnismaler um 1800. München/Berlin 1984, S. 162-164, 505-507 Nr. 427; zur Vorlage ebd. S. 393 Nr. 197. Nissen, Robert (Vorwort): Berühmte Westfalen. Ausst.Kat. Landesmuseum der Provinz Westfalen in der Galenschen Kurie Februar/April 1935. Münster 1935, S. 67 Nr. 19.
Maße
138.5 100
Material
, , Inventarnummer
1218 LM Standort
Nicht ausgestellt Kunstwerk des Monats
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_Leberecht_von_Bl%C3%BCcher Kunstwerk des Monats
https://www.lwl.org/AIS5/Details/collect/13576 Kunstwerk des Monats
https://www.lwl.org/AIS5/Details/collect/38395