

Josef Albers Study to Homage to the Square: La Tehuana, 1951-1956
Albers entwickelte 1947 in New Mexico die Reihe der „Adobe“ oder „Variant“, in der er sich erstmalig auf die reine ungemischte Farbe und die Wechselwirkung untereinander konzentriert. Diese Untersuchung zur Farbtheorie und Bild-Raum-Beziehung setzte er 1950 bis zu seinem Tod 1976 mit der Serie der „Homage to the Square“ fort. Es entstehen über 2500 Studien, darunter Ölbilder, Offsetdrucke und Serigrafien, die sich mit der psycho-physiologischen Wahrnehmung von Farbe beschäftigen. Bezeichnend für diese Serie sind die Reduktion der bildnerischen Mittel und der Verzicht auf eine subjektive Handschrift, da diese im Gegensatz zur optimalen Wirkung der unendlichen Varianten der Farb-Kompositionen stehen.
Wie eine Pyramide in Vogelperspektive tritt das intensive Orange im Bildzentrum in den vorderen Bildraum und scheint gestaffelt auf den umliegenden Farben zu liegen. Die umrahmenden Farbtöne in Rot verbinden sich zu einer Einheit, deren Farbkanten stark zu flimmern beginnen. Es entstehen zudem Simultankontraste, die die Farbquadrate darüber hinaus in Bewegung bringen. Der Titel „La Tehuana“ geht auf die Bezeichnung der gleichnamigen Frauen aus Tehuantepec in Oaxaca/ Mexiko zurück, wohin Anni und Josef Albers 1935 eine ausgedehnte Reise führte. Diese sind für ihre traditionellen Trachten bekannt, die sich neben ihrer besonderen Form und den Stickereien durch helle und intensive Farben auszeichnen.
LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2023], Petersberg 2023, S. 32f.
© The Josef and Anni Albers Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Schenkung des Künstlers
- 1962 erworben durch Schenkung vom Künstler





