
Hermann Pieter Schouten Westfassade des Domes mit dem Domplatz zu Münster, o.J. (um 1780/85)
Der niederländische Vedutenmaler Schouten fertigte nach eigenen Skizzen – so die Rückseitenbeschriftung eines vorbereitenden Aquarells (Inv.Nr. KdZ 672 LM) – die Ansicht. Die Skizzen waren aber nicht farbig, und so zeigt Schouten das Mauerwerk der Domtürme fälschlich in Ziegelbauweise. Der Domplatz ist aus der Gegenrichtung einer um 1755/60 gemalten Ansicht (Inv.Nr. 428 AV) wiedergegeben, mit dem Blick über die diagonal über den Platz führende gepflasterte Straße. Der Blick auf das Rathaus ist frei; Schouten muss also nach 1780 in Münster gewesen sein – in diesem Jahr wurde das Michaelistor mit der Kapelle über dem Torbogen und einem spitzen Kirchturm abgebrochen. Hier sieht man also die Westfront des Domes mit der spätgotischen Gestaltung von 1516. Über dem Portal und dem großen Westfenster ist die Skulpturengruppe des Einzugs Christi nach Jerusalem zu erkennen, die als Leihgabe des Domkapitels jetzt die Schausammlung des Landesmuseums ziert (Inv.Nr. D-230 DK bis D-235 DK), sowie das zwischen 1726 (Neugestaltung des Alten Chores durch Peter Pictorius d.J.) und 1748 (Grundrissplan des Domes von Schlaun) entstandene Prachtgitter. Bemerkenswert ist auch die Westseite der Jakobikirche mit dem fragilen, durchbrochenen Glockenturm, der nach den Zerstörungen der Täuferzeit im 16. Jahrhundert erneuert wurde. Die Linden auf dem Platz sind im Vergleich zu dem Bild um 1755 inzwischen herangewachsen und gut 20 Jahre älter. Für Münster typische Staffagefiguren – ein Offizier, eine Nonne und zwei Prämonstratenser aus Varlar oder Cappenberg in ihrem weißen Habit, ein Kavalier, der sich vor einer Dame verbeugt, ein Benediktiner und ein Franziskaner sowie zwei Damen im Gespräch – beleben die Szene und verstärken den Eindruck entspannter Beschaulichkeit. GD Literatur: Schmitt, Michael (Bearb.): Münster (Westfalia Picta. Erfassung westfälischer Ortsansichten vor 1900 Bd. VIII), Münster 2003, S. 228-229 Nr. 185 (Aquarell), 186 (Gemälde). Lobbedey, Uwe / Scholz, Herbert / Vestring-Buchholz, Sigrid: Der Dom zu Münster 793–1945–1993, Bd. 1: Der Bau (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen Bd. 26), Bonn 1993, S. 287, 289-290. Geisberg, Max: Die Stadt Münster Bd. 5: Der Dom (= Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen Bd. 41 Tl. 5), Münster 1937, S. 44-46.
- o. J.–1813 Johannes Baptista Fratacolla
- 26.04.1813 Auktion C. F. Roos, Amsterdam
- 1813–o. J. Sammlung Reyss?
- […]
- 14.11.1887 Auktion Lidehard, Caen
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- o. J.–1917/18 Marcel Nicolle, Paris
- 1917/18–wohl 1922 Paul Herman Heilbuth, Kopenhagen
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- o. J. (mind. 1955)–1957 Unbek. Kunsthandlung, New York City
- 1957 erworben
Maße
Höhe 34.4 cm Breite 47.5 cm
Material
Öl, Eichenholz Inventarnummer
1006 LM Standort
Nicht ausgestellt Kunstwerk des Monats
https://www.lwl.org/AIS5/Details/collect/38022 Kunstwerk des Monats
https://www.lwl.org/AIS5/Details/collect/104267