
Jacob Weyer Reitergefecht, um 1660 – 1665
Vor der Folie eines dunklen, wolkenverhangenen Himmels türmt sich eine Gruppe aus Infanteristen und Kavalleristen auf, die in vorderster Ebene dieser Schlachtendarstellung aufeinanderprallen. Die Silhouetten der Reiter sind mit ihren ausladenden Gesten ebenso wie die hoch aufragenden Fahnen und Standarten durch den hellroten Feuerschein dramatisch in Szene gesetzt. Ein offensichtlich tödlich getroffener Reiter stürzt mit weit ausgebreiteten Armen – dem Gekreuzigten gleich –rückwärts, während ein weiterer Reiter das Gewehr zum Schuss angelegt hat und ein dritter mit der Lanze ausholt. Den Blickpunkt bildet das weiße Pferd ganz zuvorderst, dessen Reiter von einer Lanze getroffen wurde. Der Hamburger Maler Jacob Weyer inszenierte mit dieser blockhaften Pyramidalkonstruktion und dem starken Hell-Dunkel des Lichts eindrucksvoll die Schrecken des Krieges. Als Spezialist in diesem Genre visualisiert er keine konkrete Schlacht, sondern schafft das Idealbild einer kriegerischen Auseinandersetzung, für deren ästhetische Qualitäten nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges 1648 eine rege Nachfrage bestand.
Trümper, Timo: Der Hamburger Maler und Zeichner Jacob Weyer (1623–1670), Petersberg 2012.
Consigli, Patrizia: La battaglia nella pittura del XVII e XVIII secolo, Parma 1994, S. 444.
Langemeyer, Gerhard: Gemälde des 17. Jahrhunderts, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster, Münster 1976, S. 64.
- 27.10.1925 Auktion Rudolph Lepke, Berlin
- [...]
- o. J.–1955 Frieda Hinze, Berlin
- 1955 erworben
Ähnliche Objekte

Thronende Maria mit Kind, Nachbildung des Werler Gnadenbilds

Bartloser Heiliger mit übergeschlagenen Beinen
.jpg&width=350&height=900)
Album mit Fotos aus Münster und Umgebung, Blatt 28 (Vs.), Foto unten: Josephskapelle mit dem Grabmal des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galens im Dom zu Münster, 1678/1679
.jpg&width=350&height=900)
Torhaus von Schloss Eringerfeld