Horizontaler Aufbau, 1953
Der an der Folkwangschule in Essen ausgebildete Maler Heinrich Siepmann zählte 1948 gemeinsam mit Gustav Deppe (1913–1999) und anderen Mitstreitern zu den Begründern der Künstlergruppe „junger westen“ in Recklinghausen. Siepmann war ein Vertreter des Konstruktivismus, der sich in seinen Arbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg niederschlug. Bereits seine Werke der 1930er- und frühen 1940er-Jahre zeichneten sich trotz gegenständlicher Darstellungsweise durch einen kompositorisch strengen Bildaufbau aus. Diesen führte der Künstler in den Nachkriegsjahren konsequent fort, entwickelte sich aber in die ungegenständliche und geometrische Abstraktion weiter.
Das Werk „Horizontaler Aufbau“ aus dem Jahr 1953 zeigt deutlich diese Entwicklung. Trotz aller Abstraktion weist die Arbeit aufgrund der gewählten Farben und der Anordnung der ausschließlich winkligen Formen eine gewisse Harmonie auf.
LWL-Museums für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2003], Petersberg 2023, S. 536.