
Willy Dammasch Weiße Kühe, 1950
Willy Dammasch studierte bis 1913 an der Berliner Akademie und wurde dort besonders durch seinen Lehrer Carl Saltzmann (1847–1923) geprägt. Nach dem Ersten Weltkrieg wandte er sich dem Jugendstil zu. 1922 zog es ihn auf den Wegen Paula Modersohn-Beckers (1876–1907) in die Künstlerkolonie nach Worpswede. Während dieser Zeit dort prägte insbesondere der Expressionismus die Arbeiten des Künstlers. Willy Dammasch schuf ausdrucksstarke Porträts und farbkräftige, geheimnisvoll wirkende Landschaftsdarstellungen in oftmals sehr pastosem Farbauftrag. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es Dammasch zunächst nach Bad Salzuflen und ab 1956 wieder nach Worpswede. Ab 1947 wurden Kühe in Landschaften zu seinem typischen Motiv. Mit einigen wenigen, aber gezielten Strichen deutete er kantige Kühe und schmale Bäume auf dem Malgrund an. Die gewählte Stilistik ist geprägt von formaler Abstraktion. Das Landesmuseum stand bereits seit 1953 in Kontakt mit dem Künstler und hatte schon zu dieser Zeit vor, ein Werk von Dammasch zu erwerben, was aber zunächst aus Kostengründen scheiterte. Auf der Weihnachtsverkaufsausstellung des Westfälischen Kunstvereins 1954 stellte er „Weiße Kühe“ aus und 1955 erwarb das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte schließlich dieses Werk.
LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2023], Petersberg 2023, S. 110.
- 1955 erworben vom Künstler.
