
Erich Heckel Ziegelei am Wasser, 1913
Lange wurde vermutet, dass das Münsteraner Gemälde „Ziegelei am Wasser“ eine Szene nahe des Wohnorts des Künstlers in Osterholz an der Flensburger Förde zeigt. Im Zuge der Erstellung des umfangreichen Werkverzeichnisses verortet der Kunsthistoriker Andreas Hüneke 2017 die Darstellung jedoch in die südwestlich von Potsdam liegende Umgebung rund um Caputh, da die Landschaft eher an einen See als an das Fördeufer erinnere.
Im Winter 1912 und im Frühjahr 1912 hielt sich der Künstler in Caputh auf. Zudem gab es Ende des 19. Jahrhunderts in der Gegend von Caputh insgesamt 18 Ziegeleien mit den typischen, von Heckel dargestellten Ringöfen.
Auch in früheren Werken wählte Heckel Ziegeleien mit Schornsteinen, Fabriken oder Windmühlen als Bildthema. Bei diesen architektonischen Motiven interessierte den Künstler zum einen die kompositorisch reizvolle Vertikalität und zum anderen die deutliche Distanzierung zur traditionellen Landschaftsmalerei. Das Münsteraner Gemälde wird dominiert von den kräftigen Blautönen des aufgewühlten Wassers und des stürmisch anmutenden Himmels. Mittig trotzen grüne Pappeln standfest der dynamischen Szenerie, aus der der Sand und der markante Schornstein des Ringofens gelb aufleuchten. In der Darstellung der Bäume links ist zudem ein in Heckels Werk relativ neues Element zu erkennen: Die geometrische Zerlegung der Formen, die wohl von der Bekanntschaft mit Franz Marc im Jahr 1912 angeregt wurde.
Im Winter 1912 und im Frühjahr 1912 hielt sich der Künstler in Caputh auf. Zudem gab es Ende des 19. Jahrhunderts in der Gegend von Caputh insgesamt 18 Ziegeleien mit den typischen, von Heckel dargestellten Ringöfen.
Auch in früheren Werken wählte Heckel Ziegeleien mit Schornsteinen, Fabriken oder Windmühlen als Bildthema. Bei diesen architektonischen Motiven interessierte den Künstler zum einen die kompositorisch reizvolle Vertikalität und zum anderen die deutliche Distanzierung zur traditionellen Landschaftsmalerei. Das Münsteraner Gemälde wird dominiert von den kräftigen Blautönen des aufgewühlten Wassers und des stürmisch anmutenden Himmels. Mittig trotzen grüne Pappeln standfest der dynamischen Szenerie, aus der der Sand und der markante Schornstein des Ringofens gelb aufleuchten. In der Darstellung der Bäume links ist zudem ein in Heckels Werk relativ neues Element zu erkennen: Die geometrische Zerlegung der Formen, die wohl von der Bekanntschaft mit Franz Marc im Jahr 1912 angeregt wurde.
Julia Wiehenstroth
Hüneke, Andreas: Erich Heckel. Werkverzeichnis der Gemälde, Wandbilder und Skulpturen, Bd. II, München 2017, S. 213, Kat.-Nr. 1913-11.
Arnhold, Hermann (Hg.): Einblicke, Ausblicke. 100 Spitzenwerke im neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2014], Köln 2014, S. 176, Farbabb. S. 177.
Franz, Erich (Hg.): Werke der Moderne bis 1945 im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Bestandskatalog, Münster 1999, S. 23, 72, 74, Farbabb. S. 76.
Korzus, Bernhard (Hg.): Landesmuseum Münster. Kunst und Kulturgeschichte. Eine Auswahl, Bestandskatalog, Münster 1968, S. 266, Abb. S. 267.



