
Christian Rohlfs Waldinneres, 1895
Waldweben ist eines der Landschaftsbilder von Christian Rohlfs, in denen er einen eng begrenzten Ausschnitt der Natur in Nahsicht präsentiert. Der Lichteinfall auf die Stämme und den Boden in einem Waldstück bei Weimar wird hier zum Bildthema. Auf die Darstellung der Baumkronen verzichtet der Künstler hingegen. Die gesamte Bildfläche wird durch den flockig-streifigen Farbauftrag strukturiert. Selbst die Baumstämme erhalten ihre Form durch Farbtupfen, nicht etwa durch ein Liniengerüst. Weißliche, gelbe und rötliche Farbtupfer sorgen im Wechselspiel mit den dunkleren Tönen für warme Lichtakzente. Erst wenn der Bildbetrachter mehrere Schritte zurücktritt, erschließt sich eine perspektivische Wirkung des Bildes durch die räumliche Staffelung der Baumstämme, die nach hinten hin schmaler und schemenhafter werden. Trotz der Aufnahme impressionistischer Einflüsse – 1889 sah Rohlfs auf einer Ausstellung in Weimar die Bilder Claude Monets im Original – entwickelte er seine individuelle, realistische Landschaftsmalerei auch in den 1890er Jahren konsequent weiter. Die „konkrete Situation in der Natur“ (Jensen 2005) bleibt für ihn der wichtigste Bezugspunkt. Christiane Kerruth Literatur: Jens Christian Jensen: Christian Rohlfs – Das malerische Werk von 1880 bis 1901, in: Zauber des Banalen. Christian Rohlfs. Die frühen Landschaften [Ausst.-Kat. Ernst Barlach Haus, Hamburg 2005–2006 / Edwin Scharff Museum am Petrusplatz, Neu-Ulm 2006], Hamburg 2005, S. 17-27.
Dieses Werk ist ausgestellt in der Westfälischen Galerie Kloster Bentlage, Rheine.
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- (o.J. Privatbesitz)
- o.J.–1953 Galerie Commeter
- 1953 erworben



