Bildnis des Oberpräsidenten Ludwig Freiherrn Vincke (1774-1844), nach 1904
Das Bildnis des Freiherrn von Vincke gehörte ursprünglich dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und wurde zusammen mit weiteren Gemälden dem LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte 2011 übergeben. Vincke wurde 1815 zum ersten Oberpräsidenten der neu errichteten Provinz Westfalen ernannt. Er verstand sich sowohl als Preuße wie auch als Westfale und versuchte die beidseitigen Staats- und Provinzinteressen miteinander zu verbinden.
Hermann Angermeyer studierte zunächst von 1890 bis 1892 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, bevor er an die Düsseldorfer Kunstakademie wechselte. Zu seinen Lehrern gehörten Hugo Crola, Heinrich Lauenstein, Artur Kampf und Peter Janssen, dessen Meisterschüler er wurde (1899–1904). Nach Beendigung seines Studiums 1904 ließ er sich in Düsseldorf-Oberkassel als freischaffender Maler nieder.
Einen Schwerpunkt im Œuvre Angermeyers bilden Genreszenen, in denen der Maler wiederholt anekdotische Momente zur Darstellung bringt. Er war jedoch auch als Porträt- und Landschaftsmaler bekannt. Ab 1900 zeigte er seine Werke regelmäßig in Ausstellungen, unter anderem war er mit seinen Bildern 1904 auf der Internationalen Kunstausstellung in Düsseldorf und in der im selben Jahr stattfindenden Großen Berliner Kunstausstellung zu sehen.
LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2023], Petersberg 2023, S. 41.