
Johann Anton Kappers Hüftbildnis Maria Anna von der Recke zu Steinfurt (1711-1780), um 1735/1745
Das 1939 aus der Familie von Schilgen, Nachfahren des Architekten Johann Conrad Schlaun, erworbene Gemälde galt als Bildnis der ersten Gemahlin Schlauns, Maria Catharina geb. Bourel (+ 1738) und wurde zusammen mit einem Porträtgemälde von Schlauns zweiter Gemahlin, seiner Kusine Anna Elisabeth geb. Rehrmann (1709 – nach 1773) erworben. Als es in der Ausstellung zum 200. Todestag des Architekten 1973 gezeigt wurde, meldete sich der Eigentümer einer Zweitfassung, Freiherr Ignaz-Wessel von Landsberg-Velen (1921–2008), Besitzer von Haus Steinfurt in Drensteinfurt, es sei ein Bildnis der Anna Maria Freiin von der Recke, Äbtissin zu Nottuln, der jüngeren Schwester der Anna Theresia von der Recke (1710–1765), die 1732 den früheren Domherrn Franz Caspar Ferdinand von Landsberg (1670–1748) heiratete. Tatsächlich trägt sie auf diesem Bildnis die Wappenfarben der Familie von der Recke, blau-weiß-rot. "Maria Anna Magdalena Regina Sophia Theresia Ignatiana "von der Recke war am 19. Oktober 1711 in der Jakobikirche auf dem Domplatz zu Münster getauft worden. Ihr Vater Johann Matthias (1672–1739) war Geheimer Rat, seit 1688 Droste zu Werne und fürstbischöflicher Oberstallmeister und hatte 1717 einen Freiherrenbrief erhalten, ihre Mutter Anna Adolphina geb. Wolff-Metternich zu Gracht (um 1685/90–1757) war die Nichte das damaligen Fürstbischofs Franz Arnold; ihre ältere Schwester Maria Theresia (1710–1786) heiratete 1732 Franz Caspar Ferdinand von Landsberg. 1723 wurde sie als Stiftsdame im Damenstift Nottuln aufgeschworen. Dieses Bildnis zeigt sie in der Blüte ihres Lebens, vermutlich um 1735/45. Es lässt sich dem münsterischen Bildnismaler Johann Anton Kappers (1707–1762) zuschreiben, dem besten Porträtisten seiner Zeit in Westfalen, und atmet etwas von der beschwingten Leichtigkeit und Eleganz des frühen Rokoko. 1750 wurde sie zur Äbtissin in Nottuln gewählt und amtierte bis zu ihrem Tod am 22. März 1780. Zu Beginn ihrer Amtszeit hatte sie den Wiederaufbau des 1748 abgebrannten Dorfes zu organisieren, wofür Schlaun die Pläne lieferte, ebenso 1754 einen Entwurf für die barocke Haube der Stifts- und Pfarrkirche. Dafür dürfte er ihr Bildnisgemälde als Dank erhalten haben. GD Literatur: Kohl, Wilhelm: Das (freiweltliche) Damenstift Nottuln (Germania Sacra NF. 44), Berlin/New York 2005, S. 241-242 u.ö. Pieper, Ferdinand: Ein Bildnis der Maria Catharina Bourel?, in: Ulf-Dietrich Korn (Hg.) / Hans-Georg Volkhardt (Red.), Johann Conrad Schlaun 1695-1773. Schlaun als Soldat und Ingenieur (Schlaunstudie III), Münster/Greven 1976, S. 255-259. Boer, Hans-Peter: Der Nottulner Stiftsbezirk von 1748 – ein Werk Johann Conrad Schlauns, ebd. S. 261-269. Hesse-Frielinghaus, Herta: Die Kappers als Bildnismaler, in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde 27 (1948), S. 131-137.
- 1740/50–o. J. Familie Schlaun/Schilgen
- o. J.–1938 Curt von Schilgen, Münster
- 1939 erworben
Maße
Höhe 83.5 cm Breite 67.5 cm
Material
Öl, Leinwand Inventarnummer
787 LM Standort
Nicht ausgestellt Kunstwerk des Monats
https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Maria_Theresia_von_der_Recke_zu_Steinfurt Kunstwerk des Monats
https://www.lwl.org/AIS5/Details/collect/38487 Kunstwerk des Monats
https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/muenster-st-jacobi/KB001/?pg=7 Kunstwerk des Monats
https://www.lwl.org/AIS5/Details/collect/38022 Kunstwerk des Monats
https://de.wikipedia.org/wiki/Recke_(Adelsgeschlecht)


