Graf Werner von Haxthausen (1780-1842) mit Familie, um 1841/1842
Der aus Paderborner Uradel stammende Haxthausen studierte 1799-1801 im katholisch-konservativen Münster Jura und Medizin, wo seine Schwester verheiratete Droste Hülshoff – die Mutter der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff – lebte. Dann in Prag, flüchtete er 1810 als Gegner der Herrschaft des Königs Jérôme von Westphalen nach England. 1815 preußischer Regierungsrat in Köln, baute er eine Kunstsammlung mittelalterlicher Malerei auf, wurde aber 1825 als Sympathisant der Brüder Grimm und des konservativen Publizisten Joseph Görres im Zuge der „Demagogenverfolgung“ entlassen. Ihm schwebte eine feudal-altständische Verfassung vor: hier ließ er sich von dem jüngeren Brüder der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm als frommer Katholik mit der Ordenskollane des Malteserordens wie auf einem mittelalterlichen Stifterbild malen, zusammen mit seiner Frau Betty geb. von Harff zu Trimborn (1787–1862) aus rheinischem Adel und seiner Tochter Maria vor einer Lilie als Symbol der Reinheit. Es ist eine Ölskizze für ein lebensgroßes Gemälde, das dann wegen des Todes des Grafen am 30. April 1842 nicht mehr ausgeführt wurde. 1833 hatte er eine konservative Streitschrift „Über die Grundlagen unserer Verfassung“ veröffentlicht, in der er die Politik von einer Verschwörung linker Intellektueller bestimmt sah, die auch die preußische Reformbürokratie beherrsche. Danach wurde er kurzzeitig verhaftet und emigrierte nach Bayern, wo er 1837 in den Grafenstand erhoben worden war und wo er aus dem Vermögen seiner reichen Frau die – hier im Hintergrund abgebildete – Burgruine Salzburg bei Neuhaus an der Saale in Unterfranken kaufte. Zur Grundsteinlegung der neuen Burgkapelle erschien König Ludwig I. von Bayern persönlich. Das Bild hier zeigt nicht die Verehrung eines oder einer bestimmten Heiligen, sondern die fromme, konservative Haltung Haxthausens und seine Auffassung von der Familie als Keimzelle jeglicher Gesellschaft. GD Literatur: Reininghaus, Wilfried / Conrad, Horst (Hg.): Für Freiheit und Recht. Westfalen und Lippe in der Revolution 1848/49, Ausst.Kat. Iserlohn / Bielefeld / Münster 1999, Münster 1999, S. 146 Nr. 8 (Horst Conrad). Westhoff-Krummacher, Hildegard: Katalog der Gemälde des 19. Jahrhunderts im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster 1975, S. 48.
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- (o. D. Auktion)
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- o. J.–1940 Gräfin von Merveldt, Münster/Baronin von Wrede, Leerodt
- 1940 erworben
Maße
38.3 31
Material
, , Inventarnummer
761 LM Standort
Nicht ausgestellt Kunstwerk des Monats
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Haxthausen Kunstwerk des Monats
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Emil_Grimm