
Fritz Burmann Jungfer, um 1930
Fritz Burmann, ein Künstler der Neuen Sachlichkeit, malte das Bild „Jungfer“ im Jahr 1930. Dargestellt ist eine Frau mit einem trauernden Gesichtsausdruck. Sie trägt eine Haube auf dem Kopf und sitzt an einem Tisch, die rechte Hand vor die Brust gelegt und einen Rosenkranz in der Linken. Die Schale, welche vorne auf dem Tisch steht und mit einer Rose bemalt ist, könnte auf das Opfer der Liebe hinweisen; die erloschene Kerze im Hintergrund auf ein erloschenes Leben – vielleicht das eines geliebten Menschen. Beides würde auf die „Jungfer“, die unverheiratete Frau, hindeuten.
Bereits 1930 wurde das Gemälde in Gelsenkirchen auf der 4. Großen Westfälischen Kunstausstellung gezeigt. Seit 1937 befindet sich das Gemälde „Jungfer“ als Dauerleihgabe der Bezirksregierung Münster in der Sammlung des Museums. Burmann selbst war ab 1936 Professor an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin und bekleidete diese Position bis in sein Todesjahr 1945. Während fünf frühe expressionistische Werke des Künstlers bei der Aktion „Entartete Kunst“ 1937 aus öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt wurden, wurde sein Gemälde „Blick aufs Meer“ 1939 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung gezeigt und von Adolf Hitler (1889–1945) angekauft.
LWL-Museum für Kunst und Kultur (Hg.): Die Gemälde der Moderne 1900 bis 1960. Die Sammlungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster [Best.-Kat. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster 2023], Petersberg 2023, S. 94.
- o. J. Bezirksregierung Münster
- seit 1937 Leihgabe der Bezirksregierung Münster
