
Hermann tom Ring Bildnis von Johannes Münstermann, 1547
Vor einer Renaissance-Vertäfelung, deren über Halbsäulenvorlagen geführtes, verkröpftes Gebälk einen Fries mit Kämpfenden und kleine Büstenmedaillons zeigt, ist ein junger Mann aus patrizischen Kreisen dargestellt. Darauf deutet neben dem Ambiente die ausgesuchte Kleidung aus edlen Materialien. Er trägt über einem Rock aus rotem gemusterten Seidendamast einen dunklen Mantel mit Pelzbesatz, über dessen Kragen, wie auch an den Ärmeln, ein feines Leinenbatisthemd mit Weiß- und Goldstickerei sichtbar ist. Die lateinische Inschrift im Bildhintergrund gibt unter anderem sein Alter mit 25 Jahren an. Die seitlich von diesen Zeilen befestigten Wappen, eine Muschel – sie findet sich auch auf dem Siegelring zusammen mit den Initialen JM und Lamm und Wolf, die sich gegenüberstehen, führten J. Prinz zur Identifizierung des Dargestellten. Es handelt sich um Johannes Münstermann, Sohn des Dietrich Münstermann, seit 1524 Kämmerer und von 1526 bis 1533 sowie 1541 Bürgermeister von Münster. Das mütterliche Wappen mit Lamm und Wolf gehört zu der aus Ahlen stammenden Familie Dreihus, aus der Richmot, die dritte Frau des Bürgermeisters, stammte. Wenig ist zur Biografie des Dargestellten überliefert. 1544 immatrikulierte er sich als Student der Rechte an der Kölner Universität, ausgestattet mit einem Stipendium durch den Rat seiner Heimatstadt, das aus den Einnahmen der Vikarie der Kapelle des Magdalenenhospitals bestritten wurde. Bereits 1551 wird sein Name bei Erbauseinandersetzungen seiner Geschwister nicht mehr erwähnt, so dass für Johannes Münstermann ein früher Tod oder die Übernahme eines geistlichen Amtes angenommen werden muss.
Erworben mit Unterstützung der Stadt Münster
- 1928 erworben in der Galerie Thomas Agnew & Sons, London
Maße
Höhe 66.8 cm Breite 47 cm
Material
Öl, Eichenholz Inventarnummer
686 LM Standort
Raum 1.15 Kunstwerk des Monats
KdM_12_1996.pdf


