
Ludger tom Ring, der Jüngere Inneres einer herrschaftlichen Küche (Westfälische Küche), nach 1550/vor 1584
Dieses Gemälde zeigt das Innere einer gutbürgerlichen Küche mit rötlichen Kacheln, Balkendecke und einer offenen Kochstelle. Im Zentrum hat sich die Dame des Hauses in einem Korbstuhl niedergelassen, um ein Rebhuhn zu rupfen. Neben ihr steht ihr Sohn mit einem Papagei auf dem Arm und um sie herum arbeiten zwei Dienerinnen und ein Diener an einem Mahl für die beiden Herren, die in einem rückwärtigen Raum Trick-Track spielen. Die eine steckt ein gerupftes Huhn auf einen Spieß, während die andere einen Kochtopf füllt. Vor der rechten Seitenwand steht ein hüfthoher Schrank, der als Stall für die Vögel dient, und auf dem zugleich die Speisen angerichtet werden, wie ein Kalbskopf und eine Pastete. Darüber befinden sich drei durchlaufende Regalbretter, auf denen Zinnteller und -töpfe nebeneinander aufgestellt sind und an denen Krüge aus Steingut hängen. Auffällig sind die vielen weiteren Tiere im Bild: ein Spitz mit Halsband, der demjenigen in Ludger tom Rings „Ginsterkatze“ entspricht, sowie eine Katze, die mit einer Maus spielt, ein Kaninchen und ein Jagdhund ganz links. Ein Liebespaar auf dem Gemälde über der Tür deutet im Zusammenhang mit den Speisen auf den Aspekt der Sinnenlust hin.
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- o. J.–1934 Kunsthandel Hans Bäcker, Dresden
- 1934 erworben



