
Valentin Küssner Hüftbildnis Mechthild Anna von Meuseren, geb. von Hörde (* um 1691), 1719
Die 28jährige Dame trägt ein weißes Schnürmieder mit roten Ärmelaufschlägen – das waren die Wappenfarben ihrer väterlichen Familie von Hörde. Geboren um 1691 als Tochter des Philipp Dietrich von Hörde aus der Linie Schönholthausen (+ 1712) und der Johanna Florentine von Münster zu Krechting (bei Rhede, Kreis Borken), heiratete sie Moritz Franz von Meuseren (1677–1751), einen hohen Beamten des Fürstentums Nassau-Hadamar aus einer dort als adelig geltenden Familie. Ihr Sohn Franz Philipp (1720–1794) trat 1740 in das Adelige Prämonstratenserstift Clarholz ein und amtierte dort ab 1765 als Propst und Stiftsvorsteher. Das Blau ihres Mantels könnte aus dem Wappen der Meuseren abgeleitet sein. In den Wappenverzeichnissen von Rietstap fehlt die Familie leider. Die Rückseite ist beschriftet "Mechthildis, Anna, Sena, Maria von /Meuseren Gebohrene Hörde von Schwarzenraben, Frau zu Volkershausen / Im 28. Jahr ihres Alters / V. Küssner 1719". Ihre Herkunft aus Schwarzenraben (bei Lippstadt) ist insofern richtig, als ihr Großvater Adam Rütger von Hörde (1592–1651) Herr zu Schwarzenraben war; ihr Vater stammte aus dessen zweiter, um 1639 geschlossener Ehe mit Catharina Elisabeth Stael von Holstein Erbin zu Schönholthausen; doch fiel Schwarzenraben an Adam Rütgers Kinder aus erster Ehe und Schönholthausen an Philipp Dietrichs Bruder, ihren Onkel Johann Arnold von Hörde (+ 1714), der aus drei Ehen zwölf Kinder hatte. Das Gemälde war Teil einer Familiengalerie in Haus Große Getter bei Amelsbüren, wo ihre Schwester Maria Theresia von Hörde (+ 1754) 1720 den Erben Heinrich Reimar von Bischopinck (+ 1744) geheiratet hatte. Aus dieser Galerie gelangten 1928 drei Bilder in die Sammlung; neben diesem das ihrer Kusine Franziska Dorothea von Hörde zu Schönholthausen (+ 1750, Inv.Nr. 551 LM), die seit 1703 als Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Liebfrauen-Überwasser zu Münster wirkte, und das ihres Vetters Adam Arnold Sontag von Hörde (von Valentin Küssner, 1717, Inv.Nr. 549 LM). Valentin Küssner wirkte ein Porträtmaler in Hadamar. Drei weitere Bilder erwarb das Museum 1929, das ihres Mannes Moritz Franz von Meuseren, ihrer Schwägerin Johanna Catharina von Wetzel geb. von Meuseren und ihres Schwagers Johann Georg von Wetzel (Inv.Nr. 687-689 LM). GD Literatur: Kamps, Markus: Gesucht wird: Valentin K., in: Weltkunst Jg. 74 (2004) H. 13, S. 36-39 (mit Farbabb.). Honselmann, Wilhelm: Adelige Chorherren. Verzeichnis der Mitglieder des Clarholzer Konventes, in Johannes Meier (Hg.), Clarholtensis Ecclesia. Forschungen zur Geschichte der Prämonstratenser in Clarholz und Lette 1133-1803 (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 21), Paderborn 1983, S. 75-126, hier S. 116-117. Ketteler, Karl-Josef Freiherr von: Genealogie der Familie von Hörde (ungedruckt). Rietstap, Johannes B.: Armorial général, 2. Aufl., Bd. 1, Gouda 1884.
Dethlefs, Gerd
