
Gaspar de Witte Landschaft mit Flucht nach Ägypten, 1657
Der Landschaftsmaler Gaspar de Witte schuf das Gemälde nach seinen Auslandsaufenthalten in Rom und Frankreich in seiner Heimatstadt Antwerpen, wo er 1650 Mitglied der St. Lukasgilde geworden war. Trotz der Kenntnis der italienischen Landschaft, handelt es sich hierbei um eine Fantasielandschaft, die italienisch anmutet. Dabei deutet das schmale Querformat darauf hin, dass das Gemälde ursprünglich eine dekorative Verwendung als Supraporte gefunden hat.
Ein Fluss eröffnet von links den Bildraum in die Tiefe, indem er sich um ein Felsmassiv mit einer Burganlage windet, während die rechte Bildhälfte durch eine Baumgruppe im Mittelgrund bestimmt wird. Weiter im Hintergrund ist eine Stadt zu erkennen, ohne dass sie genau zu bestimmen wäre. Zu den antikisierenden Architekturelementen am rechten Bildrand gehören ein Standbild, ein Sarkophag und eine Pyramide, auf deren Sockel der Künstler auch seine Signatur sowie das Entstehungsjahr hinterlassen hat: CASPAR/DE WITTE/A° 1657
Die titelgebende Szene der Flucht nach Ägypten spielt im Bildgefüge eine eher untergeordnete Rolle, denn die Figurengruppe um Maria mit dem Christuskind auf dem Esel und Josef ist nicht besonders groß und damit auch nicht handlungstragend. Bei dem Gemälde handelt es sich demnach weniger um ein Historienbild als um eine Landschaftsdarstellung.
- 1929 erworben



