
Franz Wilhelm Harsewinkel Ansicht der Überwasserkirche in Münster von Südosten, o.J. (um 1838/39)
Das Öl-Gemälde des münsterischen Künstlers Friedrich Wilhelm Harsewinkel zeigt die Überwasser- bzw. Liebfrauenkirche in Münster aus einem Blickwinkel von Südosten. Im Vordergrund sind die Umflut der Aa und die Rückseiten der am Spiekerhof gelegenen Häuser zu sehen. Die Liebe zum Detail zeigt sich auch an der kleinteiligen Darstellung von Frauen, die in der Aa Wäsche waschen. Im Hintergrund des Gemäldes lassen sich Turm, Chor und Langhaus der Überwasserkirche sowie der Himmel erkennen. Auffallend daran ist, dass der Hintergrund im Gegensatz zum dunklen Vordergrund von hellem Sonnenlicht beschienen wird und sich damit deutlich vom Rest des Bildes abhebt. Dabei fällt auch auf, dass die linke Seite des Himmels im Gegensatz zur rechten Seite deutlich heller ist, was zu den Lichtverhältnissen auf dem Boden passt. Harsewinkel schafft es, die architektonisch kleinteilige und mit Requisiten aus der Romantik verzierte Kirche deutlich in den Vordergrund zu rücken und sie vom technisch alten Wehr, welches wie eine Art Barriere wirkt, abzuheben. Das Haus an der Staumauer dürfte früher eine Mühle gewesen sein. Der Künstler, Friedrich bzw. Franz Wilhelm Harsewinkel wirkte vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Münster. Als Vermessungsingenieur und zeitweise Kunsterzieher war er ein Laienmaler und nie wirklich erfolgreich. Dieses Gemälde darf aber als eines seiner besten gelten. Michael Herdelt Literatur: Schmitt, Michael: Westfalia Picta. Erfassung westfälischer Ortsansichten vor 1900, Band VIII: Münster, Münster 2003, S. 41 (Farbabb.), S. 370 Nr. 347.
Herdelt, Michael
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