Brustbildnis Maximilian Heinrich von Bayern (1621–1688) als Kurfürst von Köln und Fürstbischof von Münster, um 1683/1685
Vom „Bankier Fr. von Olfers“ – Franz Theodor (1823–1887), Sohn des Münsteraner Oberbürgermeisters Johann Heinrich von Olfers (1789–1855) – erhielt der Altertumsverein 1856 die „gemalten Portraits von 12 Fürstbischöfen von Münster“, vermittelt wohl von dessen Onkeln Clemens (1787–1861) und Ignaz (1793–1873), letzterer war Generaldirektor der Königlichen Museen in Berlin.
Die zwölf Bildnisse zeigten die acht zwischen 1650 und 1801 regierenden münsterischen Bischöfe. Von den letzten dreien, Clemens August, Max Friedrich und Max Franz, sind sogar je zwei im ältesten Sammlungsinventar genannt. Leider sind vier verschollen: das des Clemens August als Hoch- und Deutschmeister, eines des Max Friedrich, das des Erzherzogs Anton Viktor (1779–1835), der 1801 zum Fürstbischof gewählt war, sein Amt aber nicht mehr antreten durfte, sowie eines Kaiser Josephs II. (reg. 1764/65–1790).
In dem zwischen 1910 und 1914 im Auftrag des Westfälischen Kunstvereins erstellten Inventar der Gemäldesammlung sind die Bilder teils ohne, teils mit falschen Identifizierungen beschrieben. Die besten Bilder (Inventar-Nr. 416 AV, 417 AV, 426 AV und 430 AV) waren in neuen breiten Rahmen ausgestellt. Die originalen Rahmen dagegen hatten schmale profilierte Leisten. Die Bilder dürften über Generationen hinweg gesammelt worden sein – wohl von einer Adelsfamilie, von der sie der Bankier Olfers dann übernahm, vielleicht auch in der Georgskommende, der Niederlassung des Deutschen Ordens in Münster. In den Bildnissen der Bischöfe manifestierte sich die Geschichte des Fürstbistums.
Dethlefs, Gerd: Eine Sammlung mächtiger Männer. Die Bildnisgalerie der Fürstbischöfe zu Münster, in: Ders. u. a. (Hg.): Seit 200 Jahren – Westfalen entdecken und erforschen. 200 Einblicke in die Sammlungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Veröffentlichungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, Bd. 12), Münster 2025, S. 286f.
- Geschenkt 1856 von Bankier Franz Theodor von Olfers, Münster