
unbekannt Brustbildnis Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht (1658–1718) als Fürstbischof von Münster, um 1707/1710
Das Bildnis ist eine Dauerleihgabe des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens Abteilung Münster, der das Bild um 1872/73 ankaufte. Es zeigt den Fürstbischof von Paderborn und Münster Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht (1658–1718) zu Beginn seiner Regierungszeit. Wie es für nachgeborene Söhne des nordwestlichen Stiftsadels üblich war, schlug Franz Arnold eine kirchliche Laufbahn ein, sodass er 1703 zum Fürstbischof von Paderborn gewählt wurde. Nach dem Tod des münsterischen Fürstbischofs Friedrich Christian von Plettenberg 1706 kandidierte Franz Arnold für dessen Nachfolge. Das wählende Domkapitel zerfiel jedoch in zwei Parteien, es kam zu einer Doppelwahl. Gegen seinen Konkurrenten Prinz Karl von Lothringen, Bischof von Osnabrück, wurde Franz Arnold durch päpstliche Verfügung 1707 zum Fürstbischof von Münster ernannt. Er trägt stolz das Pektorale der münsterischen Bischöfe, das sein Vorgänger Christoph Bernhard (reg. 1650-1678) 1664 vom Kaiser geschenkt erhalten hatte. Sein Gesichtsausdruck ist etwas steif, soll aber wohl würdig und gütig sein. Der goldfarbene Seidenvorhang umrahmt den Kopf wie ein Baldachin und unterstreicht seine fürstliche Würde. Können die Goldtöne oben eine glorreiche Zukunft andeuten, für ein „Goldenes Zeitalter“ stehen? Das Porträt ist relativ kleinformatig. Solche Porträts wurden von Adeligen und Herrschaftsträgern beim Maler beauftragt und auch der Fürstbischof ließ Kopien malen, um sie als Gunsterweis zu verschenken. Hierfür ist es von überraschender Qualität.
Kohl, Wilhelm: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster, Bd. 7.3, Die Diözese (Germania Sacra NF. Bd. 37,3) Berlin 2003, S. 667–676.
Sauer, Wilhelm: Chronik des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens, in: Westfälische Zeitschrift 31, 1873, S. 177–189, hier S. 188.
- Angekauft 1872 aus dem Nachlass des Vikars Franz Arnold Kles, Münster



