
Johann Christoph Rincklake Porträt einer jungen Frau mit Strickzeug, 1801
Das Bildnis dieser Dame ist das Gegenstück zu dem Porträt eines Naturwissenschaftlers (vgl. Inventar-Nr. 148 LM) und zeigt die Ehefrau des betreffenden Herrn. Entsprechende Ehepaarbildnisse sind in der Kunstgeschichte seit dem 16. Jahrhundert bekannt und boten Angehörigen des gehobenen Bürgertums und des Adels die Möglichkeit, ihren hohen gesellschaftlichen Rang zum Ausdruck zu bringen. Hier ist es ein Bürgerlicher, der allein durch seine Verdienste im Bereich der Wissenschaft die Verewigung im Bild beansprucht. Ihm gegenüber wurde die Dame nicht als Individuum, sondern ausschließlich in ihrer Rolle als Gemahlin des Naturwissenschaftlers gesehen. Dementsprechend ziert den Ringfinger ihrer rechten Hand der Ehering und wird gut sichtbar präsentiert. Die Dame mit den aufgesteckten Locken ist auf einem Lehnstuhl und an einem Tisch sitzend dargestellt. Sie trägt eine hochgeschlossene, weiße Bluse und darüber ein graublaues Seidenkleid, das unter der Brust abgenommen ist. Für eine tugendhafte Ehefrau passend, ist ihr ein Strickstrumpf als Zeichen häuslicher Tätigkeit zugeordnet.
- 1908 erworben
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