
Johann Christoph Rincklake Brustbildnis Bernhard Heinrich Overberg (1754-1826), 1801
Dieses Brustbildnis zeigt den Theologen und Pädagogen Bernhard Heinrich Overberg (1754-1826). Er wurde 1783 von Generalvikar Franz von Fürstenberg zum Leiter des Elementarschulwesens berufen. Von diesem Zeitpunkt an setzte er sich mithilfe zahlreicher Publikationen für eine neue, kindgerechte Lehrart ein, welche auf Unterrichtsgespräche statt auf Auswendiglernen zielte. Außerdem forderte Overberg ein praktisches Christentum, wodurch er als wirkungsvoller Vertreter der katholischen Aufklärung galt. Es handelt sich um eine kleinere Kopie des 1801 von Johann Christoph Rincklake gemalten Bildnisses (das Original im Stadtmuseum Münster) und zeigt Overberg mit schlichter geistlicher Kleidung. Mit Halbglatze, grauen Haaren und Tränensäcken wird er gealtert dargestellt, was seine Weisheit und Gelehrsamkeit ausdrückt. Trotz eines Lächelns strahlt Overberg durch eine gerunzelte Stirn und gesenkten Brauen Ernsthaftigkeit aus. Ist das der Ausdruck des alltäglichen Zwiespalts eines Lehrers zwischen Strenge und Freundlichkeit gegenüber seinen Schülern? Obwohl das Porträt Overberg von halbrechts zeigt, sind Kopf und Blick auf den Betrachter gerichtet. Es wirkt, als wolle Bernhard Heinrich Overberg ein Gespräch mit dem Betrachter eingehen. Mara Woltering Literatur https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=1496&url_tabelle=tab_person https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Heinrich_Overberg Westhoff-Krummacher, Hildegard: Johann Christoph Rincklake. Ein westfälischer Bildnismaler um 1800, München / Berlin 1984, S. 68, 167, 169 (vgl. Abb. 113), S. 472, 473 (vgl. Abb.), 474, 475, Kat. Nr. K. 327.2.
Woltering, Mara
Leihgabe des Westfälischen Kunstvereins



