
Jan Boeckhorst Maria als Himmelskönigin, Mitte 17. Jh.
Das relativ großformatige Gemälde mit Maria als Himmelskönigin dürfte um 1656/59 für die Marienkirche in Antwerpen entstanden sein, die später abgebrochen wurde. Es ähnelt einer etwas kleineren Version desselben Themas, die Johann Boeckhorst für die St. Jakobkirche in Brügge geschaffen hat. Boeckhorst, der aufgrund seiner Körpergröße auch als der lange Jan bekannt war, stammte gebürtig aus Münster. Er ging jedoch frühzeitig bei dem flämischen Maler Jakob Jordaens (1593–1678) in die Lehre und war in Antwerpen erstmalig 1633 als Freimeister der St. Lukasgilde nachweisbar, wo er sich dauerhaft niederließ. Sein Schaffen ist wesentlich auch durch die beiden Meister Anthonis van Dyck (1599–1641) und Peter Paul Rubens (1577–1640) geprägt.
Das Gemälde ist in Untersicht gearbeitet und zeigt die Madonna mit dem Christuskind in den Wolken sitzend und umgeben von einem Strahlenkranz. Die Wolkenbank wird von Putten getragen und in den Strahlen erscheinen Cherubim-Köpfe. Die Madonna trägt das für sie traditionell übliche rote Gewand sowie einen weiten, dunkelblauen Mantel, der auch auf ihrem Kopf und üppig gebauscht über ihren Beinen liegt. Mit der linken Hand fasst sie das strampelnde Kind, das seine Ärmchen spielerisch ausgebreitet hat und damit an die Haltung Christi am Kreuz erinnert. Mit den gelängten, spitzen Fingern der rechten Hand hält Maria einen Rosenkranz, auf den sie herabblickt.
- 1892 erworben durch den Westfälischen Kunstverein, Leihgabe



