
Herman van der Myn Ungleiches Liebespaar, 1711/1720
Dabei enthält der Text auf dem Blatt Papier, das die junge Frau in den Händen hält, einen moralisierend-ermahnenden Sinnspruch, in dem sie aufgefordert wird, die eigene Tugend und Ehre höher zu schätzen als das schnöde Geld. Der Reiz der Szene besteht nun darin, dass unklar bleibt, wie sich die junge Dame entscheiden wird: Denn während der Alte sie eng umschlungen hält, sodass sein Bart bereits an ihrem Dekolleté kitzelt, schaut sie noch prüfend auf ihn.
Entstanden ist das Werk allem Anschein nach in den 1710er-Jahren, als sein Maler, der Niederländer Herman van der Myn, in Düsseldorf für den Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz (1658–1716) tätig war. Seine Komposition erfreute sich zur Zeit der Entstehung großer Beliebtheit, worauf eine zweite Version in der Berliner Gemäldegalerie sowie zwei Knüpfteppiche und eine Radierung hinweisen.
- 1887 erworben durch den Westfälischen Kunstverein, Leihgabe


