Beschießung Münsters am 3. September 1759, um 1760/1770
Der Siebenjährige Krieg, in dem sich von 1756 bis 1763 Frankreich mit dem deutschen Kaiser auf der einen und Preußen mit Hannover/Großbritannien auf der anderen Seite gegenüberstanden, war für Westfalen eine Katastrophe. Insbesondere die Fürstbistümer Münster und Paderborn sowie das Herzogtum Westfalen, vereint unter Kurfürst Clemens August von Bayern, Erzbischof von Köln (reg. 1719/23–1761), gerieten zwischen die Fronten.
Frankreich marschierte im Frühjahr 1757 in Münster ein, im März 1758 besetzten Preußen und Hannover die Stadt. Im Juli 1759 musste sich die Besatzung ergeben, im August kehrten die Hannoveraner zurück und beschossen Münster am 3. September 23 Stunden lang. Das Gemälde eines unbekannten Künstlers zeigt im Vordergrund die Kanonen-Batterien im Nordwesten vor der Stadt; diese ist von einem hohen Außenwall umgeben, dahinter steht das Martini-Viertel samt dem Turmhelm der Kirche in Flammen. Zu erkennen sind links noch der Erbdrostenhof, die Clemenskirche, die Dominikanerkirche, die Ludgerikirche und die Lambertikirche, rechts der Dom und die Überwasserkirche.
Die Beschießung wurde am 4. September abgebrochen – die Franzosen kapitulierten erst nach einer weiteren zehntägigen Belagerung am 20. November 1759. Nach dem Krieg wurden die Stadtbefestigung und die Zitadelle beseitigt und stattdessen die Promenade angelegt und das Residenzschloss gebaut.
Dethlefs, Gerd: Münster unter Kanonendonner. Ansicht der Beschießung im Siebenjährigen Krieg 1759, in: Dethlefs, Gerd u. a. (Hg.): Seit 200 Jahren – Westfalen entdecken und erforschen. 200 Einblicke in die Sammlungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Veröffentlichungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, Bd. 12), Münster 2025, S. 326f.
- Geschenkt 1856 von Bankier Franz Theodor von Olfers, Münster