Bildnis des Malers Friedrich Tüshaus, 1885/1887
Der an der Düsseldorfer Akademie ausgebildete Maler Karl Bertling porträtierte hier einen Kollegen: Es ist der Münsteraner Bildnis- und Historienmaler Fritz Tüshaus (1832–1885), der sich nach Anfängen als Bildhauer krankheitsbedingt auf die Malerei verlegte und vor allem für die Kirchen in und um Münster zahlreiche Gemälde religiösen Inhalts geschaffen hat. Die Identität des Porträtierten wird durch eine Inschrift in der rechten oberen Ecke festgehalten, die neben dem Namen auch Herkunft und Lebensdaten wiedergibt. Daraus folgt, dass das Gemälde nach dem Tod von Tüshaus entstanden ist. Tüshaus wurde stehend und als Dreiviertelfigur dargestellt. Er ist dunkel gekleidet so wie auch der Hintergrund dunkel gehalten wurde. Er trägt über Hemd, Weste und Hosen einen langen Überrock, den er mit der linken, eingestemmten Hand öffnet, sodass die Kette seiner Einsteckuhr sichtbar wird. In der rechten Hand hält er eine Zigarette. Das Haar trägt der Maler kurz, zudem einen Vollbart und eine kleine Brille, wobei er seinen Blick geradeaus auf die Betrachtenden richtet. Das Erscheinungsbild ist damit das eines Bürgerlichen, dessen Profession als Künstler nicht weiter thematisiert wird. Wann und wo sich Bertling und der Dargestellte getroffen haben, ist nicht bekannt. Möglicherweise entstand das Gemälde aber auch nach einer Vorlage.
- 1892 erworben durch den Westfälischen Kunstverein, Leihgabe