Halbfigurbildnis Marten de Vos (1532–1603), Datierung aufgrund der Inschrift, die besagt, dass der Dargestellte zum Zeitpunkt der Darstellung 60 Jahre alt gewesen sei
Das ovale Porträt im Halbprofil bildet das Zentrum des Kupferstichs. Es zeigt den Antwerpener Maler und Zeichner Maerten de Vos (1532–1603) im Alter von 60 Jahren, gestochen von dem Künstler Sadeler. Zu sehen ist de Vos mit einer Halskrause und einem Mantel mit Fellbesatz, die typische gehobene Kleidung der damaligen Zeit. Das Oval wird von einem umlaufenden Spruchband geziert und ist in einen architektonischen Aufbau eingelassen. Zwei allegorische Frauenfiguren flankieren de Vos und hlten einen Lorbeerkranz über das Antlitz des Künstlers. Minerva, links, galt in der Renaissance als Patronin der freien Künste. Rhetorica, rechts, verkörpert die Redekunst als eine der freien Künste. Der Kranz formt eine sogenannte Emblemkartusche. Diese wurden in der Renaissance häufig verwendet, um symbolische Bedeutungen zu vermitteln. Zu sehen ist ein Fuchs, auf dem ein Vogel sitzt. Darüber spannt sich die Inschrift „PURO ASTU ET LABORE“ [Durch pures Können und harte Arbeit] auf. Der Vogel kann für Inspiration stehen, während der Lorbeerkranz auf Ruhm und Ehre hinweist und der Fuchs die Bedeutung von List und Schlauheit widerspiegelt. Somit verweist das Emblem auf die vielseitigen Fähigkeiten von de Vos. Das umlaufende Spruchband „Pictor Solertiss aetatis suae LX“ [Mit 60 ein talentierter Maler] lässt vermuten, dass das Porträt anlässlich des Geburtstags von de Vos geschaffen wurde.