Brustbild Philipp Melanchthon (1497–1560), 1546
Das Bildnis des Melanchthon, nach einer Vorlage von Lucas Cranach dem Älteren, charakterisiert den Gelehrten anders als viele andere Porträts. Die starken Konturen seiner Gesichtszüge lassen ihn streng, unnahbar und kämpferisch wirken. Vor allem die „Denkfalte“ in der Mitte der Stirn sticht hervor. Melanchthon wird nicht als sanftmütiges und friedliches Pendant zu Luther gezeigt, sondern als scharfsinniger, mutiger sowie zäher Reformator. Das Bildnismedaillon ist ein Autorenporträt und stammt von dem Titelblatt der in Wittenberg bei Georg Rhau gedruckten deutschen Übersetzung der Leichenpredigt für Martin Luther von Melanchthon, übersetzt von ihrem Kollegen Dr. Caspar Creutziger. Der Holzschnitt ist am Bildrand ausgeschnitten und in ein rund ausgeschnittenes Montageblatt geklebt. Julia Fesca Literatur: Friedrich Schorlemmer: Luther. Leben und Wirkung. Berlin 2017, S. 84-106.
Julia Fesca
Porträtarchiv Diepenbroick