
Robert Nanteuil Bildnis Christina von Schweden (1626-1689), 1654
Christina, Königin von Schweden (1629–1689), ist in ein einfaches schwarzes Seidenkleid über einem weißen Leinengewand gekleidet. Ihren Blick richtet sie in gedrehter Körperhaltung frontal auf die Betrachter:innen. Der Ausschnitt im Oval wird von einem Lorbeerkranz gerahmt und von einem Sockel getragen.
Das betont schlichte Gewand der Königin könnte ein Verweis auf ihren ungewöhnlichen Lebensstil sein. Christina war von 1632 bis 1654 Königin von Schweden und gilt als eine der gelehrtesten Frauen des 17. Jahrhunderts. Sie erhielt die gleiche Erziehung wie ein Kronprinz und war leidenschaftliche Kunst- und Büchersammlerin. Da sie nicht heiraten wollte, dankte sie 1654 als Königin ab und zog nach Rom, wo sie sich vollständig der Kunst und ihren anderen vielseitigen Interessen widmete.
Der Kupferstich von Nanteuil entstand in genau diesem Jahr. Vorlage war ein Gemälde von Sébastien Bourdon (1616–1671), der von 1652 bis zu Christinas Abdankung als Hofmaler in Schweden tätig war. Der Kupferstich diente als Frontispiz, also Schmucktitelblatt des Buches „Alaric, ou Rome vaincue“ von Georges de Scudéry (1601–1667). Daraus stammen auch die Verse auf dem Sockel der Grafik. Die erste Edition war Christina gewidmet und sie besaß selbst eine Ausgabe.
Buckley, Veronica: Christina, Königin von Schweden. Das rastlose Leben einer Exzentrikerin, Frankfurt am Main 2005.
Landschaftsverband Westfalen Lippe (Hg.): Der Archäologe: Graphische Bildnisse aus dem Porträtarchiv Diepenbroick [Ausst.-Kat. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte 1983 / Kestner-Museum Hannover 1984 / Antikenmuseum Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, 1984], Münster 1983.
Nordenfalk, Carl (Hg.): Christina, Queen of Sweden: A personality of european civilisation [Ausst.-Kat. Nationalmuseum Stockholm 1966], Stockholm 1966.
- […] – o.J.-1980 Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter – 1980 Vermächtnis Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter an das heutige LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster – seit 19.09.1980 LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster



