
Peter Fendi Halbfigurbildnis des persischen Botschafters Mirsa Abul Hassan Chan (1776-1845), 1. Hälfte 19. Jh.
Bei dem Porträtierten handelt es sich um den persischen Botschafter Mirsa Abul Hassan Chan (1776–1845). Das Porträt von Fendi zeigt ihn als Halbfigur in Gewänder eines königlichen Gesandten gekleidet. Auch die Inschrift in arabischer Schrift „Abur Nan, der Botschafter des Iran“ und in deutscher Übersetzung bezeugen seine Position.
Das Porträt entstand 1809 auf dem Weg seiner zweiten Botschaftsreise nach London. Dabei kam er im Februar 1819 auf der Durchreise in Wien an. Am Wiener Hof wurde er empfangen und übergab Schriften und Geschenke des Schahs an den österreichischen Kaiser Franz I. (1830–1916). Der Besuch des Botschafters kam einem Großereignis gleich und die gehobene Wiener Gesellschaft war begeistert von den orientalischen Gästen. Noch im Jahr 1907 wurde in der Chronik des Wiener Goethe-Vereins davon berichtet und darin auch eine Kopie des Porträts von Fendi veröffentlicht.
Fendi vermerkte in der Inschrift zudem, dass es sich um den „Versuch eines Stein Farben-Druckes“ handelt. Als einer der ersten wandte er hier erfolgreich die neuartige und aufwändige Technik der Chromolithografie, das heißt des Mehrfarben-Steindrucks an, für die acht verschiedene Druckplatten kombiniert wurden. Fendis Farblithografie war daher eines der Pionierwerke der damaligen Zeit und sticht nicht nur darstellerisch, sondern auch technisch heraus.
- […] – o.J.-1989 Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter – 1989 Vermächtnis Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter an das heutige LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster – seit 19.09.1989 LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster



