
Henry Bataille Bildnis Paul Alexandre Martin Duval, gen. Jean Lorrain (1855–1906), 1901
Der hier abgebildete französische Schriftsteller Jean Lorrain, Pseudonym von Paul Alexandre Martin Duval (1855–1906), war eine der schillerndsten Persönlichkeiten von Paris während der Belle Époque. Neben zahlreichen, teilweise skandalösen Romanen und Gedichten, wurde der Dandy vor allem durch seine exzentrische Kunstfigur bekannt. Diese verkörperte er karikierend mit übertriebener Schminke und dekadentem Verhalten.
Das Porträt von Bataille zeigt Duval im Viertelprofil. Sein spitz zulaufender Schnauzbart und die etwas schräg geneigten Augen mit leichten Schlupflidern sind charakteristisch für den Schriftsteller. Seine Kleidung ist nur angedeutet, er scheint jedoch eine kleine Blume im Knopfloch seines Jacketts zu tragen. Sein Mund ist ein wenig geöffnet, seine Lippen ziehen sich zusammen, so, als würde er gerade etwas sagen wollen. Diese Darstellung passt zum ursprünglichen Kontext der Grafik: Die Lithografie war Teil der grafischen Serie „Têtes et pensées“ [Köpfe und Gedanken]. Darin verewigte Henry Bataille große Schriftsteller, Denker, Dichter und Kritiker seiner Zeit. Neben Duval finden sich in diesem Werk auch berühmte französische Schriftsteller wie Alfred Capus (1857–1922) und Robert de Montesquiou (1855–1921).
Bataille, Henry: Têtes et pensées, Paris 1901.
Blanchart, Paul: Henry Bataille, Son Œuvre. Portrait Et Autographe, Document pour l'Histoire de la Littérature Française, Paris 1922.
- […] – o.J.-1980 Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter – 1980 Vermächtnis Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter an das LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster – seit 19.09.1980 LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster



