
Henry Bataille Bildnis Alfred Capus (1858–1922), 1901
Alfred Capus (1857–1922) schrieb unter den Pseudonymen Canalis und Graindorge für die französische Zeitschrift „Le Figaro“. Er war Autor zahlreicher Theaterstücke, Romane und Kurzgeschichten, die sich großer Beliebtheit bei der französischen Bevölkerung erfreuten. Nach Anfängen im Journalismus wandte er sich dem Leben als Schriftsteller zu und wurde 1914 in die renommierte Académie Française aufgenommen. Diese sah ihre Hauptaufgabe in der Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache.
Die Darstellung zeigt Capus in Frontalansicht. Ein Auge durch ein Monokel verschleiert, fokussiert sein anderes Auge die Betrachter:innen. Die wichtigsten Werkzeuge eines Schriftstellers, der Kopf und die Hand, sind deutlich ausgearbeitet. Der Körper und die Kleidung werden in der Darstellung hingegen nur durch zarte Konturlinien angedeutet. Trotz dieser spärlichen Skizzierung ist seine aufrechte Haltung gut erkennbar. Obwohl die Darstellung unfertig scheinen mag, stechen die charakteristischen Merkmale des Literaten im Werk deutlich hervor, passend zum ursprünglichen Kontext der Grafik: Die Lithografie war Teil der grafischen Serie „Têtes et pensées“ [Köpfe und Gedanken]. Darin verewigte Henry Bataille große Schriftsteller, Denker, Dichter und Kritiker seiner Zeit. Neben Alfred Capus finden sich in diesem Werk auch berühmte französische Schriftsteller wie Jean Lorrain (1855–1906) und Robert de Montesquiou (1855–1921).
Bataille, Henry: Têtes et pensées, Paris 1901.
Blanchart, Paul: Henry Bataille, Son Œuvre. Portrait Et Autographe, Document pour l'Histoire de la Littérature Française, Paris 1922.
- […] – o.J.-1980 Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter – 1980 Vermächtnis Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter an das LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster – seit 19.09.1980 LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster



