Halbfigurbildnis Christina, Königin von Schweden (1626–1689), 1690
Die Porträtierte Christina von Schweden (1629–1689), von 1632 bis 1654 schwedische Königin, gilt als eine der gelehrtesten Frauen des 17. Jahrhunderts. Sie erhielt die gleiche Erziehung wie ein Kronprinz, war leidenschaftliche Kunst- und Büchersammlerin und führte einen der schillerndsten Höfe Europas zu jener Zeit. Da sie nicht heiraten wollte, dankte sie 1654 als Königin ab, konvertierte zum Katholizismus und zog nach Rom, wo sie sich ganz der Kunst und ihren anderen vielseitigen Interessen widmete.
Der Kupferstich von Larmessin entstand ein Jahr nach dem Tod Christinas. Vorlage war ein Gemälde von Sébastien Bourdon (1616–1671), der von 1652 bis zu Christinas Abdankung als schwedischer Hofmaler tätig war. Gezeigt wird Christina in schlichter, zeitloser Kleidung, was ein Verweis auf ihren unkonventionellen Lebensstil sein könnte. Unterhalb des Porträts befindet sich das schwedische Wappen und eine kurze Lebensbeschreibung. Ursprünglich war das Porträt Teil der 1690 in Paris von Larmessin herausgegebenen Publikation „Les augustes représentations de tous les rois de France […]“ [Die erhabenen Darstellungen aller Könige von Frankreich (…)]. Im selben Stil und Format wie Christinas Porträt wurde darin eine Vielzahl größtenteils französischer Herrscher:innen abgebildet.
Buckley, Veronica: Christina, Königin von Schweden. Das rastlose Leben einer Exzentrikerin, Frankfurt am Main 2005.
Dargestellte im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- […] – o.J.-1980 Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter – 1980 Vermächtnis Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grüter an das heutige LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster – seit 19.09.1980 LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster